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Subvariante BA.2.12.1 "ansteckender als Omikron" - aber auch gefährlicher? Mediziner schätzt ein

Experte schätzt ein

Wie gefährlich ist die neue Omikron-Subvariante BA.2.12.1?

Symbolische Darstellung des Coronavirus.
In den USA macht die neue Subvariante B.2.12.1 bereits ein Fünftel aller neuen Covid-19-Fälle aus. (Symbolbild)
www.imago-images.de, IMAGO/Bihlmayerfotografie

von Nora Rieder

In den USA breitet sich eine neue Coronavirus-Variante aus: BA.2.12.1 ist ein Subtyp von Omikron und gilt als hochansteckend. Aber ist sie auch gefährlicher? Und wie können wir uns am besten schützen? Mediziner Dr. Christoph Specht schätzt ein.

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BA.2.12.1 bis zu 27 Prozent ansteckender als die Ursprungsvariante und BA.2

Die Ursprungsvariante von Omikron, BA.1, grassiert seit wenigen Monaten und gilt als hochansteckend. Mittlerweile wurde sie von BA.2, einer weiteren Subvariante, abgelöst, die auch bei uns für die meisten Infektionen sorgt. Die in den USA nachgewiesene Variante BA.2.12.1 macht dort nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC („Centers for Disease Control and Prevention“) aktuell bereits etwa ein Fünftel aller neuen Covid-19-Fälle aus. Die Subvariante soll um 23 bis 27 Prozent infektiöser sein als die bereits hochinfektiöse Variante Omikron BA.2. Müssen wir uns Sorgen machen?

„Da es sich bei dem Coronavirus um ein RNA-Virus handelt, ist es völlig erwartungsgemäß, dass das Coronavirus immer weiter mutiert. RNA-Viren können nichts anderes als mutieren“, erklärt Mediziner Dr. Christoph Specht.

Doch ist die neue Omikron-Subvariante BA.2.12.1 auch gefährlicher? Darauf deutet laut Specht nichts hin. „Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass BA.2.12.1 krankmachender ist. Man kann es nicht ausschließen, aber es ist nicht wahrscheinlich.“

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Schutz vor erneuter Infektion lässt mit der Zeit nach

Und wie sieht es mit der Ansteckung aus? Haben Menschen, die bereits an BA.1 oder BA.2 erkrankt sind, einen gewissen Schutz vor einer Infektion mit BA.2.12.1? „Es ist sicher so, dass man nach einer Infektion mit BA.1 oder BA.2 einen gewissen Schutz vor einer Reinfektion hat. Allerdings lässt dieser Schutz nach einiger Zeit wieder nach“, erklärt der Mediziner. Demnach sei nach gewisser Zeit auch eine Wiederansteckung möglich, auch, weil sich das Virus ständig verändere und immer neue Mutationen entstünden.

Grundsätzlich gibt Specht jedoch Entwarnung. Letztlich gelte für jede neue Virus-Variante: „Wenn sie sich verbreitet, dann muss sie infektiöser sein als die vorherige.“ Viele Varianten sähen wir einfach deswegen nicht, weil sie sich eben nicht so gut verbreiteten.

Den Grund dafür, dass die neue Variante zuerst in den USA nachgewiesen wurde, sieht der Arzt übrigens in der Sequenzierung, also in der Genauigkeit der Testung. „Die US-Amerikaner sequenzieren besser und häufiger, deswegen werden neue Varianten dort oft zuerst entdeckt“, so Specht. Das gelte auch für England, Dänemark und Südafrika.

Aus diesem Grund hält es der Mediziner auch für möglich, dass die neue Variante bereits bei uns angekommen ist. „Wenn BA.2.12.1 die besagten Eigenschaften wie beispielsweise eine hohe Infektiosität hat, ist damit zu rechnen, dass sie auch nach Deutschland kommt und sich hier verbreitet“, schätzt Specht ein und prophezeit: „Wir werden uns damit anstecken.“ Es gebe jedoch keinerlei Hinweis auf einen schweren Krankheitsverlauf.“ Nach wie vor seien Impfung plus Booster der beste Schutz. „Nicht, um eine Infektion zu verhindern, sondern schwere Verläufe.“

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Coronavirus wird uns erhalten bleiben

Daran, dass das Virus irgendwann verschwinden wird, glaubt Specht übrigens nicht. „Das Virus wird uns erhalten bleiben. Wenn die Pandemie vorbei ist, bedeutet das nicht, dass das Virus weg, sondern, dass es überall ist“, erklärt Specht. Dann spreche man von einer Endemie. An diesem Punkt sei die extreme Gefahr nicht mehr gegeben und zwar „einerseits durch eine Abschwächung der krankmachenden Wirkung des Coronavirus, anderseits durch steigende Immunität der Bevölkerung infolge von Impfung oder durchgestandener Erkrankung“.

Auf diese Weise müssen und werden wir mit dem Coronavirus weiterleben.

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