Hohes Cholesterin, Übergewicht und weniger Ausdauer

Studienergebnisse: Unter diesen drei riskanten Corona-Spätfolgen leiden junge Menschen

Frau sitzt müde am Laptop.
Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sind bekannte Long-Covid-Symptome, riskant ist aber vor allem die Konstellation von drei anderen Folgeerscheinungen.
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Hat man Covid-19 überstanden, ist man erst mal übern Berg, oder? Vor allem viele junge Menschen glauben, dass sie Corona nach der Genesung hinter sich haben. Auch die Forschung hat sich bisher vorwiegend mit Long und Post Covid bei älteren Menschen beschäftigt. Wie eine neue Studie der Universität Zürich (UZH) zeigt, können aber auch zuvor gesunde junge Menschen an Long-Covid-Symptomen leiden. Vor allem drei Folgeerscheinungen bergen ein erhöhtes Risiko für spätere Stoffwechselstörungen und mögliche Komplikationen, die das Herz und Gefäßsystem betreffen.

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Studienteilnehmer alle ungeimpft

Knapp 500 Rekrutinnen und Rekruten aus dem Schweizer Militär wurden im Rahmen der im Fachjournal „The Lancet“ erschienenen Studie zwischen Mai und November 2021 untersucht. Die 29 weiblichen und 464 männlichen Teilnehmenden waren im Schnitt 21 Jahre alt und ungeimpft. 177 der Studienteilnehmer haben eine frühere Covid-19-Erkrankung durchgemacht, die mehr als 180 Tage seit der Diagnose zurücklag. In der Kontrollgruppe waren 251 Teilnehmer, die negativ getestet waren, also nicht mit Corona infiziert waren.

Im Gegensatz zu bisherigen Studien wurde unter der Leitung von Patricia Schlagenhauf, Professorin am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich (UZH), eine ganze Reihe von Organsystemen untersucht. Unter anderem wurde ein Blick auf das Herz, die Lunge, das Gehirn, die Augen und die Psyche geworfen. Auch die männliche Fruchtbarkeit wurde untersucht.

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Einige Corona-Folgen nur kurzzeitig feststellbar

Wie die Studie zeigt, können sich junge, zuvor gesunde und nicht hospitalisierte Menschen weitgehend von einer leichten Infektion erholen. Im Gegensatz zu älteren Patienten wirke sich Covid-19 bei jungen Betroffenen weniger auf mehrere Organsysteme aus.

Neuere, selbst leichte Corona-Infektionen können der Studie zufolge aber auch bis zu 180 Tage lang zu Müdigkeit, vermindertem Geruchssinn, höherer psychischer Belastung und einer kurzfristig negativen Beeinträchtigung der männlichen Fruchtbarkeit führen. Bei Infektionen, die mehr als 180 Tage zurückliegen, waren diese Folgeerscheinungen hingegen nicht mehr erkennbar.

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Konstellation von Spätfolgen birgt Risiken

Lagen die Corona-Infektionen länger zurück, war laut Patricia Schlagenhauf vor allem eine Konstellation von Folgeerscheinungen riskant: „Erhöhter BMI, hohe Cholesterinwerte und geringere körperliche Ausdauer deuten auf ein höheres Risiko für Stoffwechselstörungen und mögliche kardiovaskulären Komplikationen hin“, so die Studienleiterin. „Dies kann sich auf die Gesellschaft und die öffentliche Gesundheit als Ganzes auswirken. Daher sind auch bei jungen Erwachsenen weitere Strategien für eine breit angelegte, interdisziplinäre Bewertung von Covid-19-Folgestörungen, deren Management und Behandlung nötig.“ (akr)

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