Debeka zahlt Invalidenrente

Long-Covid: Erste Corona-Patienten als berufsunfähig anerkannt

Frau mit Long Covid
Die Zahl der Patienten, die mit Long- oder Post-Covid diagnostiziert werden, steigt. Nun erkennt die Debeka Versicherung die ersten Corona-Patienten als berufsunfähig an.
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Die Zahl der Patienten, die mit Long- oder Post-Covid diagnostiziert werden, steigt. Laut dem Robert Koch-Institut schwankt die Zahl der Betroffenen zwischen 7,5 und 41 Prozent. Nun zieht die erste Versicherung Konsequenzen daraus – und erkennt die ersten Corona-Patienten als berufsunfähig an.

Debeka zahlt Invalidenrente aus

Die Debeka-Versicherungsgruppe meldet erstmals auch Corona als Grund für eine anerkannte Berufsunfähigkeit verbunden mit einer Invalidenrente. „Wir hatten 2021 die ersten sechs Fälle, da zahlen wir“, sagte Vorstandschef Thomas Brahm am Stammsitz Koblenz der Deutschen Presse-Agentur. Die Debeka ist nach eigenen Angaben viertgrößter Lebensversicherer in Deutschland mit 451 000 gegen Berufsunfähigkeit Versicherten.

Eine Covid-19-Infektion und ihre Folgen werden laut Brahm erst zeitversetzt als Grund für Berufsunfähigkeit anerkannt: Bei längeren Erkrankungen fließen beispielsweise zunächst Lohnersatzleistungen. Zudem fehlte laut der Debeka „kurz nach Ausbruch der Pandemie eine Arztprognose zur Berufsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten“. Corona als anerkannter Grund hierfür könnte Brahm zufolge aber häufiger werden: „Das wird vielleicht noch unterschätzt. Long und Post Covid werden sowieso die sozialen Systeme noch mehr belasten.

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Die Versicherung zahle ohne Wenn und Aber

Eine Covid-19-Infektion könne auch zu psychischen Erkrankungen führen. „Da ist die Abgrenzung manchmal schwierig“, erklärte der Debeka-Vorstandsvorsitzende. Psychische Erkrankungen bleiben nach Daten der Debeka mit großem Abstand Ursache Nummer eins für Berufsunfähigkeit: 2021 seien dies rund 45 Prozent der etwa 950 neuen Leistungsfälle gewesen. Als zweiten Hauptgrund für Berufsunfähigkeit führte die Debeka mit traditionell vielen Beamten unter ihren Versicherten Geschwulste wie Krebs und als dritthäufigste Ursache Probleme mit dem Bewegungsapparat wie Rücken und Gelenken an.

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Der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin, Jörg Asmussen, teilte der dpa mit: „Eine Corona-Erkrankung ist kein pauschaler Ausschlussgrund für die Leistung von Berufsunfähigkeitsversicherungen. Wird eine versicherte Person durch die Langzeitfolgen einer Infektion mit Covid-19 oder durch einen Impfschaden berufsunfähig, dann zahlt die Versicherung ohne Wenn und Aber.“ Geprüft werde bei Berufsunfähigkeit nur, „ob ein Versicherter aus gesundheitlichen Gründen in seinem aktuellen Beruf voraussichtlich länger als sechs Monate nur noch 50 Prozent oder weniger arbeiten kann“. Auch bei einem neuen Vertrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird Covid-19 laut Asmussen bei der Gesundheitsprüfung behandelt wie andere Vorerkrankungen. (dpa/jbü)

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