Beauty-Trend mit RisikenStars schwören auf Anti-Pickel-Pillen – doch Experten warnen
Ein neuer Trend schwappt aus Hollywood zu uns rüber!
Als Model Kendall Jenner Anfang 2026 öffentlich über ihre Behandlung mit dem Akne-Medikament Accutane spricht, sorgt das für große Aufmerksamkeit. Seitdem gibt es um den Wirkstoff Isotretinoin vor allem auf TikTok einen regelrechten Hype. Dermatologen warnen jedoch davor, das verschreibungspflichtige Medikament als Beauty-Trend zu sehen.
Kendall Jenner schwört auf Accutane – so wirkt das Anti-Pickel-Mittel
Jahrelang kämpft Kendall Jenner (30) mit schwerer Akne. Im Januar 2026 spricht das Model im Podcast „In Your Dreams with Owen Thiele“ offen darüber, dass ihr das Medikament Accutane geholfen habe. Es enthält den Wirkstoff Isotretinoin, der auch in Deutschland zur Behandlung schwerer Akne eingesetzt wird.
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Der Wirkstoff reduziert die Talgproduktion und sorgt dafür, dass die Poren nicht so leicht verstopfen. Im RTL-Interview erklärt Dermatologin Dr. Ina Schulze: „Das Gute von dem Wirkstoff Isotretinoin [...] ist, dass er die Talgdrüsen schön frei hält, dass die Drüsen nicht verstopfen, sondern [...] der Talg abfließen kann. Dass es nicht diese Verstopfung, diesen Pickel, diese eitrigen Stellen gibt.“
Bis sich die Wirkung zeigt, dauert die Behandlung allerdings meist mehrere Monate, teilweise sogar bis zu einem Jahr.
Die Nebenwirkungen können erheblich sein
Wie das Fachportal Medscape Deutschland berichtet, wird Isotretinoin seit Jenners Podcast-Auftritt vor allem auf TikTok und anderen sozialen Netzwerken verstärkt diskutiert. Dermatologen beobachten dort zunehmend Beiträge, in denen der verschreibungspflichtige Wirkstoff als Lösung für reine Haut thematisiert wird.
Doch so wirksam Isotretinoin auch ist, so sorgfältig muss die Behandlung überwacht werden: „Die Hauptnebenwirkung, die fast immer eintritt, sind unwahrscheinlich trockene Lippen”, sagt Dr. Schulze.
Besonders kritisch ist auch eine Schwangerschaft während der Behandlung. Die Dermatologin warnt: „Es gibt schwere Schäden, wenn man darunter schwanger wird. Das ist absolut obsolet, das darf gar nicht sein. [...] Und es muss geschaut werden, ob die Organe das ordentlich mitmachen und ob die drunter leiden.“
Während der Behandlung werden deshalb unter anderem die Verträglichkeit und mögliche Nebenwirkungen regelmäßig ärztlich kontrolliert.
Hype-Nutzung kann sich in Deutschland nicht durchsetzen – Wirkstoff ist und bleibt verschreibungspflichtig
Der Hype in den sozialen Netzwerken ändert nichts daran, wie Isotretinoin hierzulande eingesetzt wird. In Deutschland werden Medikamente mit dem Wirkstoff ausschließlich auf Rezept abgegeben und bei schwerer, entzündlicher Akne unter ärztlicher Kontrolle verschrieben – sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenalter. Ziel der Behandlung ist die Therapie einer Hauterkrankung und nicht eine möglichst makellose Haut.
Trotzdem kommt es auch bei uns mittlerweile zu Lieferengpässen von Medikamenten mit Isotretinoin, wie Dorothee Brakmann, Geschäftsführerin von Pharma Deutschland, im Gespräch mit RTL erklärt: „Voraussichtlich bis Ende September bzw. Ende des Jahres ist das das erste Mal gemeldet worden [...] Erstens, es gibt eine erhöhte Nachfrage. Und zweitens, es ist schwierig im Moment zu liefern.“ Welche Ursachen im Einzelnen hinter der gestiegenen Nachfrage stehen, geht aus der Aussage nicht hervor.
Kein Beauty-Hack, sondern ein Arzneimittel
Auch wenn Isotretinoin derzeit in den sozialen Netzwerken viel Aufmerksamkeit bekommt, bleibt der Wirkstoff ein starkes Medikament mit möglichen Nebenwirkungen.
Dermatologin Dr. Ina Schulze rät deshalb davon ab, Isotretinoin als Beauty-Trend zu verstehen. Wer unter schwerer Akne leidet, sollte die Behandlung ausschließlich gemeinsam mit einem Hautarzt planen und begleiten lassen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Medscape Deutschland


