Welche Auffrischungsimpfung das beste Ergebnis erzielt

Corona-Studie: Diese Booster-Kombi enttäuscht

Forscher haben getestet, mit welchem Impfstoff man nach einer Booster-Impfung die besten Ergebnisse erzielt.
Forscher haben getestet, mit welchem Impfstoff man nach einer Booster-Impfung die besten Ergebnisse erzielt.
© imago images/Peter Endig, Peter Endig via www.imago-images.de, www.imago-images.de

31. Dezember 2021 - 15:56 Uhr

Forscher zeigen in einer neuen Studie, wie unterschiedlich gut die Impfstoffe beim Boostern wirken

Deutschland boostert gegen die vierte Welle, was das Zeug hält! Experten erinnern immer wieder: Wer genesen oder doppelt geimpft ist, sollte sich dringend einen weiteren Piks abholen. Das schützt, so neue Studienergebnisse, auch gegen Mutationen. Forscher haben jetzt sieben verschiedene Covid-19-Impfstoffe an doppelt Geimpften getestet. Bei einer Kombination sieht es besonders schlecht aus.

​Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Kreuzimpfungen sorgen für eine besonders gute Immunantwort

Die Booster-Impfungen werden mit den beiden mRNA-Impfstoffen durchgeführt. Denn die wirken am besten und haben die wenigsten Nebenwirkungen. Werden verschiedene Impfstoffe kombiniert, kommt es zu besonders guten Immunantworten, wie einige Studien in der Vergangenheit belegt haben. Ein britisches Forscherteam rund um Victoria Cornelius und Saul Faust hat für eine klinische Phase-II-Studie sieben Covid-Impfstoffe genauer unter die Lupe genommen und sie hinsichtlich ihrer Booster-Wirkung an doppelt Geimpften getestet. Getestet wurden die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, die Vektor-Impfstoffe von Johnson & Johnson und AstraZeneca, sowie die zum Zeitpunkt der Studie noch nicht zugelassenen Impfstoff-Kandidaten von Novavax (Protein-Impfstoff), Valneca (Totimpfstoff) und CureVac (mRNA). Die Studie wurde im Fachjournal "The Lancet" veröffentlicht.

Lese-Tipp: Booster-Impfung erst nach sechs Monaten - oder doch lieber früher?

So schneiden die verschiedenen Kombinationen ab

Die gute Nachricht: Alle Booster wirken – aber unterschiedlich stark. Der Blick auf Antikörper- und T-Zellen-Antworten zeigt allerdings deutliche Unterschiede.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
  • Die Auffrischungsimpfung mit dem Totimpfstoff von Valneva hat in allen Probanden-Gruppen nur eine schwache Wirkung gezeigt.

  • Probanden, die zweimal das Vektor-Vakzin von AstraZeneca erhalten haben, konnten ihre Immunwerte am stärksten steigern, wenn sie eine volle mRNA-Dosis Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten haben.

  • Bei denjenigen, die zum Beispiel mit Biontech grundimmunisiert waren, waren die Auswirkungen nicht so enorm. Das liegt, so die Wissenschaftler, aber vor allem daran, dass sie schon im Voraus deutlich höhere Grundimmunitätswerte aufweisen konnten.

  • Die Wirkung des Protein-Impfstoffs von Novavax wiederum war mit der von AstraZeneca und Johnson & Johnson vergleichbar: In diesen Fällen konnten die Antikörper um das Fünf- bis maximal Achtfache gesteigert werden.

Die Impfreaktionen und -nebenwirkungen nach dem Boostern seien "akzeptabel" gewesen, erklären die Autoren. Besonders jüngere Versuchspersonen hätten von Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen berichtet, auch Schmerzen an der Einstichstelle wurden häufig genannt.

Lese-Tipp: Welcher Impfstoff wirkt wie lange - und welcher ist der beste Booster?

So sind die Forscher vorgegangen

Getestet wurde mit 2.878 Probanden, die zehn bis zwölf Wochen zuvor entweder zweimal mit AstraZeneca oder mit Biontech/Pfizer geimpft wurden. Die Hälfte der Teilnehmer war über 70 Jahre alt, das Mindestalter lag bei 30 Jahren. Alle Versuchspersonen wurden in je 13 Versuchs- und Kontrollgruppen aufgeteilt. Ein Teil hat die verschiedenen Booster-Impfstoffe entweder in voller oder halber Dosierung bekommen oder ein Placebo.

Lese-Tipp: Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen können bei der Booster-Impfung auftreten?

Langzeitschutz wird noch untersucht

Den Autoren der Studie betonen, dass es sich bei ihren Daten lediglich um erste Laborwerte handelt. Studienleiter Saul Faust hat bereits angekündigt, weitere Ergebnisse nach drei Monaten und einem Jahr nach der Auffrischungsimpfung nachliefern zu wollen. Dann haben die Wissenschaftler mehr Informationen und Daten zur Verfügung, um auch den Langzeitschutz genauer beschreiben zu können. Mit diesen Ergebnissen ist jedoch erst im kommenden Jahr zu rechnen. (vdü/ija)

VIDEO-PLAYLIST: Alles, was Sie über Corona wissen müssen

Spannende Dokus zu Corona gibt es auf RTL+

Das große Geschäft mit der Pandemie: Ausgerechnet in einer Zeit, in der jeder um seine Gesundheit bangt, finden Betrüger immer wieder neue Wege, illegal Geld zu machen. Ob gefälschte Impfpässe, negative Tests oder Betrügereien in den Testzentren – die Abzocke lauert überall. Sogar hochrangige Politiker stehen in Verdacht, sich während der Corona-Zeit die eigenen Taschen vollgemacht zu haben. Unsere Reporter haben europaweit recherchiert – die ganze Doku auf RTL+.