Muss er das nicht versteuern?

Pfandsammler verdient bis zu 23.000 Euro auf Festivals

21. Juni 2019 - 17:07 Uhr

Das Geld liegt auf dem Boden

85.000 Besucher tummeln sich auf dem riesigen Festival-Gelände, um ein ganzes Wochenende ihre Lieblingsbands zu feiern. Dabei wird es feuchtfröhlich und die Wenigsten interessiert, was mit dem Pfand auf ihren Dosen passiert.

Das ist das große Glück für Cem Yilmaz*. Der Duisburger kommt nämlich genau dafür und das schon seit Jahren. Gemeinsam mit seiner Mutter sammelt er jährlich die Dosen der Feierwütigen ein. Solange, bis der Laster voll ist.

Was für andere nach Müll aussieht, ist in Wahrheit bares Geld – das einfach auf dem Boden herumliegt. Innerhalb weniger Tage verdient der 37-Jährige so viel Geld wie andere in einem halben Jahr. Da stellt sich die Frage, ob Pfandsammeln nicht versteuert werden muss.

Bis 8.472 Euro ist alles geschenkt

Wer die ein oder andere Pfandflasche oder –dose mitnimmt, braucht sich keine Gedanken machen. Der steuerliche Grundfreibetrag liegt bei 8.472 Euro. Wer den nicht überschreitet, wird steuerfrei für seine Mühe belohnt. Runtergerechnet sind das 100 Flaschen oder sogar 290 Bierflaschen am Tag. Die wenigsten Pfandsammler werden an diese Summe herankommen.

Anders sieht das bei den professionellen Festival-Sammlern aus. Da reichen schon wenige Festivaltage, um über die jährliche Freimenge zu kommen. Cem Yilmaz muss seine Einkünfte also regulär versteuern. Auch wenn es sicherlich schwierig ist, nachzuvollziehen, wie viel Geld der Sammler tatsächlich verdient.

*Nach Medienberichten, RTL habe über einen falschen Pfandsammler berichtet, hier eine Anmerkung der Redaktion: Um die Identität des Mannes zu schützen, haben wir lediglich seinen Namen und seinen Wohnort geändert.