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Sterbehilfe in Italien: Erster ärztlich assistierter Suizid für 44-Jährigen

Erster legaler Sterbehilfe-Fall

Italiener (44) stirbt nach ärztlich assistiertem Suizid

Sterbehilfe
Es wird davon ausgegangen, dass bis zu 950 Menschen pro Jahr Sterbehilfe beantragen könnten (Symbolbild). Foto: Sebastian Kahnert/dpa
deutsche presse agentur

Federico Carboni war nach einem Verkehrsunfall vor zehn Jahren unterhalb des Halses komplett gelähmt. Nun ist der 44-Jährige tot. Er starb, nachdem er sich am Donnerstag selbst ein tödliches Medikament verabreichte. Er war der erste Patient in Italien, dem ein Gericht einen ärztlich assistierten Suizid erlaubt hatte.

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Federico Carboni kämpfte jahrelang für sein Recht auf den Tod

Die „Associazione Luca Coscioni“ bestätigte, den Tod von Carboni. Der Verein setzt sich für Sterbehilfe ein und hatte den Mann in seinem jahrelangen Rechtsstreit bis vor das oberste Gericht unterstützt. Im katholischen Italien ist aktive und passive Sterbehilfe nämlich eigentlich verboten.

Das Verfassungsgericht aber hatte im Jahr 2019 entschieden, dass es unter strengen Auflagen Ausnahmen geben kann. Es muss etwa klar sein, dass ein Patient nicht mehr geheilt werden kann, er von lebenserhaltenden Maßnahmen abhängig ist, körperlich und seelisch unerträgliche Schmerzen erfährt, aber noch voll in der Lage ist, freie Entscheidungen zu treffen und deren Konsequenzen zu verstehen.

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Sterbehilfe-Patient: "Das Leben ist fantastisch und wir haben nur eines“

Mit einem speziellen Apparat, dessen Anschaffung von Spenden finanziert wurde, konnte sich der frühere Lkw-Fahrer im Beisein eines Arztes und seiner Familie das tödliche Präparat injizieren. „Ich kann nicht verhehlen, dass es mir leid tut, mein Leben zu beenden. Es wäre falsch und eine Lüge, wenn ich das behauptete, denn das Leben ist fantastisch und wir haben nur eines“, sagte er vor seinem Tod.

Aber er sei physisch wie psychisch am Ende, kein bisschen selbstständig, komplett abhängig von anderen, „wie ein Boot, das auf dem Ozean treibt“, sagte Federico Carboni aus der Stadt Senigallia bei Ancona an der Adria, der sich in seinem langen Kampf gegen die Institutionen nur „Mario“ genannt hatte und erst jetzt seine Identität preisgab. Er sei stolz, ein Stück Geschichte mitgeschrieben zu haben. „Jetzt bin ich endlich frei, dahin zu fliegen, wohin ich will.“

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