Der RTL-Wahl-Kompass: Was den Westen bewegt

Sorge vor einem kalten Winter im Flutkatastrophen-Gebiet

23. September 2021 - 13:30 Uhr

10 Wochen nach der Flutkatastrophe in der Eifel

Zwei der vier Himmelsrichtungen hat der RTL-Wahl-Kompass in den vergangenen Tagen bereits abgedeckt. Heute ist unser Reporter Volker Wallmüller im Westen des Landes unterwegs und da dreht sich alles Rund um die Flutkatastrophe. Auch nach 10 Wochen sieht es in Ahrtal zum Teil immer noch wie in einem Katastrophengebiet aus.

Dominik Grabowski will den Menschen aus der Region helfen, sodass sie bald wieder Wasser und Strom haben und nicht im kalten Winter ohne Heizung frieren müssen.

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Der Aufbauhelfer schmeißt seinen ursprünglichen Job

Ihn kennt hier in Walporzheim, einem Stadteil von Bad Neuenahr- Ahrweiler, mittlerweise fast jeder: Dominik Grabowski ist eigentlich Elektriker in Köln, ist aber seit Tag 4 nach der Flut als Helfer vor Ort und packt mit an. Der 25-Jährige ist die Dispo der Aufbauhilfe, wie er sich selbst nennt. Dominik kümmert sich um Wasseranschlüsse, Lebensmittel für die Helferküche oder um den Abbruch eines beschädigten Hauses. In Köln hat er vor knapp zehn Wochen extra seinen Job gekündigt, um den Menschen hier zu helfen. Weil er für das Gebiet so wichtig ist, wird er mittlerweile sogar von der Stadt Bad Neuenahr/Ahrweiler als Hilfe-Koordinator bezahlt.

RTL-Wahlkompass
Welche Themen bewegen die Menschen aus allen vier Himmelsrichtungen Deutschlands? Im Wahl-Kompass zeigen wir Ihnen, was den Menschen aus den Regionen am Herzen liegt.
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Wasser und Strom stehen vor der Bundestagswahl

Die Flut-Katastrophe hat die Menschen in der Eifel zusammengeschweißt: Eigenständig hat Dominik mit anderen Helfern ein kleines Hilfsdorf erschaffen: Dort ist Platz für bis zu 1.000 Helfer, sie können etwas warmes Essen, auf Toilette gehen oder sogar duschen.

"Jeder hilft dem anderen und auch wenn er schon acht Stunden bei sich im Keller geschleppt hat, dann holt er sich noch einen Eimer und geht beim Nachbarn mit in den Keller auch wenn es vier Straßen weiter ist" erzählt Dominik.

Von Plakaten der Bundestagswahl ist hier nichts zu sehen. Dominik und den Helfern geht es aktuell in erster Linie darum, das Leben der Menschen zu sichern und für die wesentlichen Dinge wie Wasser und Strom zu sorgen.

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