Was tun gegen den brennenden Schmerz in der Brust?

Welche Hausmittel wirklich gegen Sodbrennen helfen!

21. Dezember 2021 - 14:38 Uhr

Sodbrennen entsteht, wenn das Magenschließmuskelsystem nicht einwandfrei funktioniert

Jeder zweite Erwachsene kennt den brennenden Schmerz hinter dem Brustbein – Sodbrennen hat sich zu einer echten Volkskrankheit entwickelt. Es entsteht, wenn Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt. Doch was hilft gegen Sodbrennen? Welche wirksamen Hausmittel es gibt und wann Sie zu Medikamenten greifen sollten, sehen Sie im Video.

Säureblocker helfen, wenn Hausmittel keine Linderung verschaffen

"Wir können bestimmte Hausmittel ausprobieren", sagt Prof. Heiner Wedemeyer, Direktor der Klinik für Gastroenterologie in Hannover. "Wenn das aber nicht hilft, wäre der nächste Schritt einfach mal einen Säureblocker als Medikament einzunehmen. Wenn das Sodbrennen akut besser wird durch die Einnahme, dann ist die Diagnose im Prinzip gestellt", so Wedemeyer.

"Und wenn das auch nicht hilft, dann muss man zu einem Facharzt gehen." Der Gastroenterologe macht dann eine Magenspiegelung, um zu schauen: "Schließt der Muskel wirklich sicher ab oder ist da eine sogenannte Hernie oder ist die Speiseröhre wirklich entzündet? Wenn Säure so zurückläuft, dann kann die wirklich gereizt sein. Und diese Entzündung kann diese Symptome verursachen, kann aber auch langfristig andere Probleme machen."

Falsche Ernährungsgewohnheiten können Sodbrennen begünstigen

"Geschmacksverstärker haben keinen direkten Einfluss auf die Häufigkeit von Sodbrennen", sagt Wedemeyer. "Trotzdem muss jeder mal genau gucken: Was esse ich eigentlich? Kann ich beeinflussen, wie ich esse? Abends spät vielleicht noch eine Mahlzeit? Habe ich säurehaltigen Wein getrunken? Da hilft eine gesunde Überwachung – das kann schon extrem hilfreich sein, Symptome mindestens zu verbessern."

Außerdem, so der Gastroenterologe, sei Übergewicht ein wichtiger Risikofaktor für Sodbrennen. "Bei übergewichtigen Menschen schließt der Muskel nicht mehr so gut."

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Was sollte ich bei Sodbrennen essen und trinken – und was lieber meiden?

Bevor es überhaupt zu dem brennenden Schmerz kommt, können Sie einiges tun, um Sodbrennen vorzubeugen. Wichtig ist, die Säure-Basen-Balance im Körper zu wahren, um eine Übersäuerung zu vermeiden. Das geht natürlich in erster Linie über die Ernährung. Scharfes Essen begünstigt die Säurebildung. Vermeiden Sie also Chili und andere Essensschärfer. Auch Nikotin, Kaffee und Alkohol regen den Magen an, Säure zu bilden und sind daher nicht zu empfehlen, wenn Sie zu Sodbrennen neigen. Fleisch und Pasta sind ebenfalls kontraproduktiv.

Doch was hilft gegen Sodbrennen? Langsames und gründliches Kauen! Das bindet Säure im Magen. Auch ungesalzene Mandeln und Erdnüsse helfen, das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder herzustellen. Am besten ausgiebig und sehr fein im Mund mahlen und dann schön langsam runterschlucken. Außerdem sollten Sie basenbildendes Obst und Gemüse essen, das den Körper entsäuert. Das sind zum Beispiel Äpfel, Radieschen, Kartoffeln oder Möhren.

Im Video: Symptome und Ursachen von Sodbrennen

Alkohol & Co.: Auf diese Getränke sollten Sie bei Sodbrennen verzichten

Auch beim Trinken gibt es einiges zu beachten. Zu viel Alkohol schadet, vor allem Wein lässt den Säuregehalt ansteigen. Es empfiehlt sich der Genuss von Mineralwasser. Das Wasser sollte ausreichend Natrium-Hydrogencarbonat (NaHCO3) enthalten. Achten Sie auf die Angaben auf dem Etikett. Auch Tees sind bei Sodbrennen sehr zu empfehlen, vor allem Kamille, Brennnessel, Melisse, Fenchel, Anis, Kümmel, Eibischwurzel und Schafgarbe. Milch lindert die Symptome von Sodbrennen ebenfalls schnell und effektiv.

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Gut gegen Sodbrennen: Spazieren gehen und Stress meiden

Auch plötzliche Druckerhöhungen im Bauchbereich können Sodbrennen auslösen. Daher sollten Sie die Kleidung nicht zu eng tragen, auf Gürtel verzichten und beim Bücken vorsichtig sein oder besser langsam in die Knie gehen.

Der sprichwörtliche Verdauungsspaziergang ist ebenfalls wichtig, denn Bewegung (auch jegliche Art von Sport) ist gut gegen Übersäuerung. Beim Schlafen können Betroffene den Oberkörper leicht anheben, das lindert nächtliche Beschwerden.

Gestresste Menschen sind insgesamt anfälliger für Sodbrennen. Daher ist auch hier Ruhe das erste Gebot. Und: Mit Atemübungen und Meditation kann man dem beklemmenden Druckgefühl in der Brust vorbeugen.

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Hier nochmal die Hausmittel gegen Sodbrennen auf einen Blick

Das hilft gegen Sodbrennen:

  • Langsam essen und gründlich kauen
  • Verdauungsspaziergänge und Sport
  • Atemübungen und Meditation
  • Mandeln
  • Erdnüsse
  • Äpfel
  • Radieschen
  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Mineralwasser
  • Milch
  • Tee (Kamille, Fenchel, Anis u. a.)

Sollten Sie mit den Hausmitteln nicht weiterkommen, können auch Medikamente eine Lösung sein, um der aufsteigenden Magensäure entgegenzuwirken, etwa Omeprazol*. Wie das Medikament angewendet wird und wie es wirkt, sehen Sie im Video. (mst, spr, sli)

Weitere wichtige Informationen zu Omeprazol finden Sie hier.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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