Auf oder zu?

So geht's mit den Schulen nach den Ferien weiter

12. April 2021 - 8:33 Uhr

Distanzunterricht oder Präsenz: Wie weitermachen nach den Osterferien?

In vielen Bundesländern gehen am Wochenende die Osterferien zu Ende. Der Schulbetrieb ist gerade erst wieder angelaufen und kommt durch die dritte Corona-Welle nun einmal mehr extrem ins Wackeln. Die Länder planen unterschiedlich. Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW hat sich für Distanzunterricht ab Montag entschieden.

+++Mehr Infos im aktuellen Corona-Live-Ticker+++

Vor Ende der Osterferien: Treffen der Kultusminister

Die Kultusminister der Länder beraten am Donnerstag, 8. April über das weitere Vorgehen an den Schulen. In neun der 16 Bundesländer gehen am Sonntag die Osterferien zu Ende. In Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz ist bereits wieder Unterricht, in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland beginnt er an diesem Donnerstag. Hamburg hatte keine Osterferien, und in Hessen und Schleswig-Holstein dauern die Ferien noch bis Ende kommender Woche.

Schulschließung, Testen, Präsenzunterricht: Keine einheitliche Lösung absehbar

Überraschende Entscheidungen für ein einheitliches Vorgehen oder bundesweite Schulschließungen zeichnen sich aber nicht ab, denn viele Bundesländer haben für ihre Schulen längst Pläne gemacht. Lehrkräfte und Familien mussten rechtzeitig vor Ferien-Ende informiert werden. Über Schulfragen entscheiden die Länder zudem grundsätzlich selbst.

Das Gespräch der Kultusminister soll auch der Vorbereitung des nächsten Corona-Krisengipfels dienen. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen nächsten Montag wieder zusammen.

NRW, Bayern & Co.: Wie es jetzt in den Schulen weitergeht

Die Rückkehr in die Schulen kommt vor dem Hintergrund der Corona-Lage nun teilweise weiter ins Stocken.

In Nordrhein-Westfalen findet für die meisten Schüler nach den Osterferien kein Unterricht mehr in den Klassenräumen statt. Ab Montag gibt es wieder Distanzunterricht, wie Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag erklärte. Diese Regelung gelte vorerst nur eine Woche lang bis zum 16. April. Die Schüler der Abschlussklassen seien vom Distanzunterricht ausgenommen, für sie soll es auch nach den Osterferien Präsenzunterricht in den Klassenräumen geben, so Gebauer.

Brandenburg zum Beispiel schickt ältere Schüler oberhalb der Grundschule erst einmal wieder in den "Fernunterricht".

In Baden-Württemberg müssen sogar die Grundschüler nach den Ferien zunächst wieder zu Hause bleiben. Anderswo geht es dagegen mit dem bisherigen Wechselbetrieb weiter, aber mit unterschiedlichen Regeln.

In Bayern schalten Schulen in der Regel ab einem Inzidenzwert von 100 in einer Stadt oder einem Landkreis wieder von Präsenz- auf Fernunterricht um.

Hamburg tut das erst, wenn der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 200 liegt.

Sachsen verabschiedet sich nach der Osterpause ganz von der Kopplung an den viel diskutierten Inzidenzwert und hält Schulen und Kitas unabhängig davon offen.

Zweimal Corona-Tests an Schulen - Pflicht oder nicht?

Schulkinder machen Corona-Schnelltest vor dem Unterricht in der Turnhalle.
Für viele Schulkinder sind Corona-Schnelltest vor dem Unterricht in der Turnhalle schon Alltag.
© imago images/Reichwein, Christoph Reichwein (crei) via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Millionen einfacher Schnelltests wurden in den vergangenen Wochen für die Schulen beschafft. Ein Mangel besteht, nach allem was zu hören ist, nicht mehr. Schüler und Lehrer sollen sich künftig möglichst zwei Mal pro Woche testen. Auch das setzen die Länder unterschiedlich um: Die meisten schreiben Tests zur Teilnahme am Präsenzunterricht jetzt vor. Andere, wie Hessen oder Rheinland-Pfalz setzen auf Freiwilligkeit. Die Tests gibt es je nach Bundesland entweder mit nach Hause, oder es wird gemeinsam in der Schule getestet.

Abitur trotz Corona: Keine Absage von Prüfungen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte gefordert, wegen der Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. Dazu soll es nach aktuellem Stand aber nicht kommen. Die Kultusminister werden das voraussichtlich noch einmal bekräftigen. Sie hatten schon im Januar vereinbart, dass Abschlussprüfungen an Schulen und Berufsschulen auch in diesem Corona-Schuljahr stattfinden sollen.

Die Abschlüsse sollen zudem genauso viel wert sein, wie die anderer Jahre und von allen Bundesländern gegenseitig anerkannt werden. Verwiesen wird darauf, dass das auch im vergangenen Frühjahr trotz geschlossener Schulen geklappt habe.