Prozess in Saarbrücken

Kinder vom Balkon geworfen - Mutter sagt aus: "Es war eine Kurzschlussreaktion"

Vor dem Landgericht in Saarbrücken bedauert die Mutter aus dem Main-Taunus-Kreis die "fürchterliche Tat".
Vor dem Landgericht in Saarbrücken bedauert die Mutter aus dem Main-Taunus-Kreis die "fürchterliche Tat".
deutsche presse agentur

„Es tut mir unheimlich leid, wie viel Leid und Kummer ich damit verursacht habe“, äußert die 39-jährige Mutter aus dem Main-Taunus-Kreis am Mittwoch vor dem Landgericht in Saarbrücken. Ende Juli war die Frau mit ihren beiden Kindern, drei Jahre und ein Jahr alt, bei einem Besuch der Großeltern im Saarland vom Balkon gesprungen. Bei dem Sturz aus etwa 5 Meter starb die Dreijährige an einem Schädel-Hirn-Trauma. Nun begann der Prozess gegen die Frau.

Mutter litt unter „Mischung aus Depression und Psychose“

In ihrer Aussage zum Prozessbeginn spricht die Angeklagte von einer „Mischung aus Depression und Psychose“, welche sie zu der „Kurzschlussreaktion“ veranlasst hat, mit ihren Kindern in die Tiefe zu springen.

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Die Frau berichtete am Mittwoch vor Gericht, sie habe sich von Mitpatienten einer psychiatrischen Tagesklinik gemobbt gefühlt und spontan Suizidgedanken gehabt. Ihre Kinder habe sie nicht alleine lassen wollen. Dass sie nicht auf den Rat von Ärzten aus der Tagesklinik gehört und entsprechende Medikamente genommen habe, halte sie im Nachhinein für einen großen Fehler, weil „diese fürchterliche Tat“ vielleicht hätte verhindert werden können.

Staatsanwaltschaft plädiert auf Schuldunfähigkeit

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 39-Jährige die Tat wegen einer psychischen Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat. In dem Sicherungsverfahren in Saarbrücken geht es um ihre Unterbringung in einer speziellen psychiatrischen Einrichtung. Zunächst war wegen Mordes und versuchten Mordes gegen die 39-Jährige ermittelt worden. Für die Polizei war schon im Juli offensichtlich, dass die Kinder aufgrund des Alters nicht selbst über die Brüstung des Balkons gekommen waren, sondern die Mutter sie drüber gehoben haben musste.

Beim kommenden Gerichtstermin am 26. Januar sollen unter anderem der Vater der Kinder und die Eltern der Beschuldigten gehört werden. Der Vater der Kinder sowie der Lebensgefährte der Angeklagten befanden sich zum Zeitpunkt der Tat in der Wohnung. Ein weiterer Verhandlungstermin soll folgen.

Mutter stürzt mit Kindern vom Balkon - Dreijährige stirbt Polizei ermittelt wegen Mord
00:47 min
Polizei ermittelt wegen Mord
Mutter stürzt mit Kindern vom Balkon - Dreijährige stirbt

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