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Risikoabschätzung, die pro Impfen ausfällt: Immunologe zu Nebenwirkungen der Corona-Impfung

Dritte Spritze bringt Beschwerden

Nach der Booster-Impfung wird Luca (20) plötzlich schwarz vor Augen

Plötzlich wird Luca (20) schwarz vor Augen Schreck nach Booster-Impfung
04:17 min
Schreck nach Booster-Impfung
Plötzlich wird Luca (20) schwarz vor Augen

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Ein plötzliches Stechen in der Brust, Schweißausbrüche, Atemnot: Impfreaktionen und -nebenwirkungen können bei allen Impfungen auftreten, so auch bei der Schutzimpfung gegen das Coronavirus. Der 20-jährige Luca Santos Oliveria aus dem hessischen Lützelbach bemerkt vier Tage nach seiner Booster-Impfung plötzlich Veränderungen an sich. Gegen welche Beschwerden er kämpft und wie Mediziner diese einschätzen – im Video von RTL Hessen-Reporter Felix Breiner.

Luca: "Der Druck auf der Brust ist das Schlimme"

Als Luca unter der Dusche steht, wird ihm plötzlich schwarz vor Augen und er bemerkt ein Stechen in seiner Brust. Seine Impfung gegen SARS-CoV-2 liegt gerade vier Tage zurück, weshalb er einen Zusammenhang vermutet. „Der Druck auf der Brust ist halt das Schlimme. Wenn der Druck anfängt, merk ich es auch mit der Luft. Auch wenn ich liege. Also ich kann ganz normal atmen, so ist es nicht, aber es ist nicht so wie es sonst ist, so wie vorher“, schildert Luca seine Beschwerden im RTL-Interview.

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Immunologe: Immunsystem kann bei jungen gesunden Menschen stark reagieren

Prof. Peter Kern, Immunologe aus Fulda, spricht sich im RTL-Interview trotz Risiken klar für eine Impfung gegen Corona aus.
Prof. Peter Kern, Immunologe aus Fulda, spricht sich im RTL-Interview trotz Risiken klar für eine Impfung gegen Corona aus.
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Im Krankenhaus stellen die Ärzte bei Luca einen erhöhten Troponin-Wert fest, was auf eine Auffälligkeit des Herzens schließen lässt. Doch der Wert sinkt schnell und auch ein MRT kann keine Herzmuskelentzündung bestätigen. Doch warum leidet Luca trotzdem unter dem Beklemmungen in der Brust und Erschöpfung nach minimalen Anstrengungen? „Wenn jemand jung und gesund, wie Luca war, solch ein Problem nach einer Impfung - also einer immunologischen Stimulation hat - ist es naheliegend, erst einmal zu gucken, ob sein Immunsystem sehr stark, also überschießend reagiert,“ erklärt Prof. Peter Kern, Immunologe aus Fulda. Dabei verbrauche das Immunsystem sehr viel Energie für diese Reaktion nach der Impfung, was dann eine Erklärung für seinen Zustand sein könne.

Klare Unterscheidung zwischen Impfreaktionen und Impfschäden

Das Immunsystem könne die Impfung nicht von einer Infektion unterscheiden, daher könne es nach einer Impfung Folgeschäden wie nach einer Infektion geben, so Prof. Peter Kern. Laut Medizinern sei hier klar zwischen Impfreaktionen, die nach wenigen Tagen abklingen, und Impfschäden zu unterscheiden. In Hessen sind bislang 80 Anträge auf Entschädigung wegen möglicher gesundheitlicher Schäden im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung eingegangen. Bei den geltend gemachten gesundheitlichen Schäden in Hessen gehe es zum Beispiel um Thrombosen, Herzerkrankungen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Erschöpfung oder Sehstörungen, teilte das Regierungspräsidium in Gießen mit.

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Eine Risikoabschätzung, die pro Impfen ausfällt

Für Betroffene wie Luca gibt es laut Immunologe Prof. Kern Hoffnung: „Das Immunsystem wird sich von selbst wieder auf eine normale Reaktionslage zurückbewegen, das kann aber bis zu Monaten dauern.“ Für Kern sind die 0,02 Prozent der Impfungen mit schweren Nebenwirkungen kein Argument gegen die Impfung. Impfen sei noch immer der beste Schutz, z.B. die Herzmuskelentzündung können bei einer Infektion viel heftiger ausfallen. Es sei eine Risikoabschätzung, die pro Impfen ausfällt.