Sie kam extra aus der Reha, um gegen Frank P. auszusagen Polizistin überlebte Horrorexplosion in Ratingen nur knapp: „Ich habe Benzin geschmeckt“

IHR Auftritt bewegt alle...
Die 26-Jährige hat elf schwere Operationen hinter sich – viele weitere werden nochfolgen.Trotzdem ist die Polizistin gekommen, um gegen den Mann auszusagen, der sie fast getötet hätte: Frank P. steht in Düsseldorf vor Gericht. Als sich Einsatzkräfte im Mai nach einem Notruf Zugang zu seiner Wohnung in Ratingen verschafften, löste er eine verheerende Explosion aus. Die Polizistin stand damals mit vor seiner Wohnung. Sie wird so schwer verletzt, dass der Notarzt schon glaubte, sie würde keine 15 Minuten überleben.
Polizistin beeindruckt mit ihrer starken, sachlichen Aussage vor Gericht
Es ist ein beeindruckender Auftritt, den die heute 26-Jährige vor Gericht hinlegt. Die junge Frau trägt einen Mantel, weiße Handschuhe und Mütze. Ein Schal verhüllt Hals und Mund. Trotzdem sind die starken Brandnarben in ihrem Gesicht zu sehen. Beim Gehen stützt sich die 26-Jährige auf einen Stock.
Lese-Hinweis: Kollegen des Feuerwehrchefs riefen: „Hier liegt eine Polizistin, die stirbt gerade"
Die Polizistin, die fast bei lebendigem Leib verbrannt wäre, würdigt Frank P. keines Blickes und spricht eine Viertelstunde lang ruhig und sachlich, an was sie sich erinnern kann. Sie war am 11. Mai eine der ersten Einsatzkräfte im Haus des 57-Jährigen. Auf Bodycam-Aufnahmen hört man sie noch sagen, der Anwohner sei wohl „ein bisschen Banane“ und habe im Haus schon jemanden geschlagen. Kurz danach eskaliert die Situation.
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26-Jährige lag nach Brandanschlag zwei Monate im Koma
Viel weiß sie nicht mehr. Ihr sei eine langhaarige Gestalt entgegengekommen. Plötzlich sei alles um sie nass gewesen. „Ich habe Benzin geschmeckt“, erinnert sich die Frau. Was dann passiert sei, habe sie nicht richtig realisiert. Sie sei noch brennend die Treppe in dem Hochhaus nach unten gelaufen – im Krankenwagen habe sie dann das Bewusstsein verloren. Während sie aussagt, starrt der Angeklagte teilnahmslos vor sich hin. Als wäre er der Einzige, der nichts mit der Situation zu tun hat.
Dass die Polizistin heute im Gerichtssaal stehen kann und überhaupt etwas erzählen kann, grenzt an ein Wunder. Die Polizeibeamtin lag zwei Monate lang im Koma. Nun kämpft sie sich in einer Reha-Klinik mühsam ins Leben zurück. Die Frage, ob sie je wieder arbeiten wird, kann die Frau nicht beantworten. Darüber hat sich die 26-Jährige noch keine Gedanken gemacht. An Normalität ist noch lange nicht zu denken.
Lese-Hinweis: Frank P. übergoss Einsatzkräfte mit Benzin - Polizistin (25) kämpft sich nun zurück ins Leben!

Polizeibeamte wollte unbedingt gegen Frank P. aussagen
Trotzdem war es ihr wichtig, bei dem Prozess gegen Frank P. dabei zu sein. Dafür hat sie sich extra aus der Reha abholen lassen. Sie wollte unbedingt aussagen, damit er seine gerechte Strafe bekommt. Nachdem sie die Fragen des Gerichts beantwortet hat, nimmt die Polizistin neben ihrem Vater im Saal Platz, der sie zum Prozess begleitet hat.
Die Polizei wollte am 11. Mai in Frank P.s Wohnung nach dem Rechten sehen, weil Verwesungsgeruch und ein überquellender Briefkasten gemeldet worden waren. Die Einsatzkräfte hätten die Scheibe der Wohnungstür eingeschlagen, erklärte ein 32 Jahre alter Notfallsanitäter, der ebenfalls als Zeuge vor Gericht aussagt. Plötzlich hätten sich die Ereignisse überschlagen.
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Frank P. lebte wochenlang mit der Leiche seiner Mutter in der Wohnung
Der Mann in der Wohnung sei auf die Einsatzkräfte zugelaufen und hätte sie mit mehreren Litern Benzin beschüttet. Als er die hochentzündliche Flüssigkeit in Brand setzte, kam es zur Explosion. Der Feuerball verletzte zwei Polizisten, vier Feuerwehrleute, zwei Rettungssanitäter und einen Notarzt zum Teil lebensgefährlich. Acht der neun Opfer würden absehbar bleibende Schäden zurückbehalten, hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt.
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In der Wohnung fanden die Ermittler später die skelettierte Leiche von P.s 91 Jahre alter Mutter. Sie soll mehrere Wochen vorher verstorben sein. Dem Angeklagten wird versuchter Mord in neun Fällen vorgeworfen. Ein Urteil könnte am 11. Januar 2024 fallen. Dem Angeklagten droht eine lebenslange Haftstrafe. (mit dpa)


