2025 lag der Krankenstand pro Person bei 27,5 TagenWeniger krank, mehr Lohn – Unternehmen aus Bochum sorgt mit besonderem Angebot für Kritik

von Antonia Schütter

Wer wenig oder nie krank ist, bekommt mehr Lohn - das war das Angebot eines Bochumer Unternehmens. Die Mitarbeiter fanden die besondere Gesundheitsprämie allerdings gar nicht gut. Sie legten sogar die Arbeit nieder und gingen auf die Straße.

Kampf um mehr Geld

Die Mitarbeiter eines Kehrmaschinenherstellers mit Sitz in Bochum sind sauer. Am Mittwoch (25.02.) haben hundert ihre Arbeit niedergelegt. Hintergrund war ein neues Angebot der Chefs: Mehr Lohn könnte es geben, aber nur, wenn die Mitarbeiter nicht krank sind. Der konkrete Vorschlag: Wer ein Jahr lang nicht krank ist, soll pro Monat 100 Euro bekommen - also 1.200 Euro brutto im Jahr. Für die Gewerkschaft und die Mitarbeiter kein ernstzunehmendes Angebot. Sie wollen eine Lohnerhöhung von mindestens acht Prozent und erzählen, dass die Angestellten in ihrem Unternehmen angeblich 20 bis 30 Prozent unter dem branchenüblichen Tarif verdienen. Seit fünf Jahren gab es keine Lohnerhöhung, so die Gewerkschaft.

Im März soll weiterverhandelt werden

Aktuell laufen die Tarifverhandlungen - bis jetzt ohne Einigung. Die Gesundheitsprämie sei nur ein Vorschlag gewesen. Dass das Unternehmen den Beschäftigten damit zu viele Krankentage vorwirft, weist es zurück. Das Angebot der Prämie ist von den Gewerkschaftsvertretern abgelehnt worden und damit vom Tisch. Die Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern aber bleibt. Im März ist der nächste Verhandlungstermin geplant.