Rund zwei Stunden Selbstbeweihräucherung von Donald Trump. Doch die State of the Union verläuft nicht ohne Proteste. Noch während der Rede wird der demokratische Abgeordnete Al Green aus dem Plenarsaal geführt. Er hatte ein Protestschild entrollt. Darauf zu lesen "Black People aren't apes". Eine Reaktion auf ein rassistisches Video, das der US-Präsident verbreitet hatte und das Präsidentenpaar Barack und Michelle Obama als Affen zeigt.
„Heute Abend wollte ich, dass jemand ihn zur Rede stellt und ihm klar macht, dass Schwarze keine Affen sind. Wir müssen uns gegen diese abscheuliche Diskriminierung wehren."
Al Green wirft dem US-Präsidenten rassistische Politik vor und sagt, Trump denke, für ihn gelten keine Gesetze, er sei das Gesetz. Während der Präsident weiter spricht, wird auch draußen protestiert. Unter dem Titel State of the Swamp organisiert die Anti-Trump-Gruppe die Fans eine Gegenveranstaltung. Swamp, der Sumpf und die Frösche. Anspielungen auf Symbole der MAGA-Bewegung, die wie Donald Trump es immer betonte, einen angeblichen Sumpf in Washington austrocknen will. Auch Hollywoodstars schließen sich den Protesten an.
„Unterm Strich fühle ich mich von meinem Land betrogen. Es muss zu unseren Werten zurückkehren."
Und er ruft offen zum Widerstand auf:
„Seid bereit, gemeinsam auf die Straße zu gehen und wir werden unser Land zurückerobern."
Auch die ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Marianne Williamson spricht von einem aktiven Angriff auf die Demokratie durch Trump. Und Hollywoodstar Mark Ruffalo, bekannt als Actionfigur Hulk fordert einen kompletten Neustart des politischen Systems. Drinnen Applaus aus Reihen der Republikaner für den Präsidenten. Draußen wütender Protest. Auch das zeigt: Die politischen Fronten in den USA scheinen verhärteter denn je.