Gefahr für Gesundheit und Sicherheit

Polizei in Sorge: Prostitution geht wegen Corona in Privatwohnungen weiter

29. April 2021 - 14:31 Uhr

Durch Corona-Maßnahmen: Sexuelle Dienstleistungen in unsicherem Umfeld

Die Bordelle sind dicht, doch das Gewerbe ist keineswegs im Lockdown. Prostituierte müssen Freier zu sich nach Hause einladen oder Kunden besuchen. Diese Situation ist gefährlich – nicht nur wegen der Gefahr vor Covid-19, sondern auch wegen möglicher Gewalt durch Freier. Doch die Prostituierten haben oft keine andere Wahl. Die finanzielle Not ist groß. Der Lockdown hat vielen ihre Lebensgrundlage und teils sogar die Unterkunft genommen.

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Corona-Hilfen für Prostituierte?

Für Sexarbeiterinnen mit Steuernummern gibt es die gleichen Hilfsangebote wie für Solo-Selbstständige und Bordellbetreiber können ebenfalls Ansprüche geltend machen. Allerdings gibt es viele Prostituierte, die mit einer Pauschalsteuer arbeiten. Die sind durch alle Raster gefallen, wie Stephanie Klee aus dem Vorstand des Bundesverbandes für Sexuelle Dienstleistungen im RTL-Interview erklärt.

Trotz Verboten haben viele Prostituierte mangels Rücklagen keine andere Wahl, als illegal weiterzumachen. Hier erzählen zwei Frauen, was sie im Moment erleben.

Prostitution geht weiter - außer Kontrolle

Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter bestätigt, dass Prostitution weiterhin stattfindet. Außerhalb der Bordelle könne diese aber nur schwer kontrolliert werden, weil die Polizei ohne konkrete Anhaltspunkte private Wohnungen nicht betreten dürfe.

Als Hauptsorgen im Umfeld von illegaler Prostitution nennt Fiedler "Menschenhandel, Ausbeutung der Arbeitskraft, Gewalttaten zum Nachteil der Prostituierten" und nun auch noch Übertragung von Coronaviren. Er befürchtet, dass diese Probleme außerhalb der Kontrollsphäre eher schlimmer werden.

Fiedler erklärt, dass "die Nachfrage offenbar nach wie vor hoch" sei und warnt eindringlich vor der Ansteckungsgefahr bei sexuellen Dienstleistungen.

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Prostitution in Zeiten der Pandemie
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© dpa, Boris Roessler, brx

Prostituierte würden gerne wieder in Bordellen arbeiten

Stephanie Klee empfindet, dass ihre Kolleginnen und sie im Vergleich mit anderen Branchen benachteiligt werden. Sie fordert: "Die Bordelle müssen sofort geöffnet werden. Es darf keine Schlechterstellung unserer Branche geben. Und alleine um die Sexarbeiterinnen zu schützen, muss eine Gelegenheit gegeben werden, im Bereich der Bordelle wieder zu arbeiten." Sie ist der Ansicht, dass Sexarbeit nach den einsamen Corona-Monaten auch einen Beitrag zur Gesundung und zur Freude der Menschen beitragen könne.

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