Ursula U. (75) gequält, entführt und ermordet

Prozess um Gelnagel-Leiche: Lange Haft für die Täter

04. Juni 2020 - 10:46 Uhr

Mörder wandern lebenslang hinter Gitter

Als im Dezember 2018 bei Osnabrück eine Frauenleiche entdeckt wird, stehen die Ermittler vor einem Rätsel. Um das Opfer zu identifizieren, veröffentlicht die Polizei Fotos der auffälligen Gelnägel der Toten. Inzwischen ist die Identität der 75-Jährigen geklärt und auch die Umstände ihres Todes sind aufgedeckt: Ursula U. wurde ermordet. Jetzt wurde den Verdächtigen der Prozess gemacht. Vor Gericht wurde deutlich, wie brutal die Tat abgelaufen ist. Das Motiv der Männer: Reine Habgier.

Opfer war einsam - wurde dann entführt und gequält

Lange hatte es gedauert bis der genaue Ablauf der Tat und die Todesumstände geklärt werden konnten. Die 75-Jährige Ursula U. aus Melle kam wohl mit ihren Mördern in Kontakt, weil sie von einem der Männer, Ramazan B., einen gefälschten Führerschein kaufen wollte. Laut des Richters "fühlte sich U. einsam, zudem war sie gesundheitlich beeinträchtigt." Die Seniorin wollte wohl einen Führerschein kaufen, damit sie niemandem zur Last fällt.

Ramazan B. versuchte ihr Vertrauen zu gewinnen, weil er davon ausging, dass sie vermögend sei. Zusammen mit seinem Komplizen Enoma E. lockte er Ursula U. unter einem falschen Vorwand in eine Wohnung nach Köln. Dort versuchten sie mit zwei weiteren Männern Geld von ihrem Opfer zu erpressen, quälten die Frau massiv körperlich, brachen ihr dabei sogar eine Rippe. Zusätzlich verabreichten die Männer ihr Drogen. Doch Ursula U. rückte trotz der Misshandlungen kein weiteres Geld heraus.

Ursula U. musste sterben, weil sie kein Geld mehr hatte

Daraufhin fuhren Ramazan B. und Enoma E. mit ihrem Opfer im Auto zurück in den Raum Osnabrück. In einem Gebüsch bei Hasbergen versuchten sie, die 75-Jährige mit einer Glasflasche zu erschlagen – als dies nicht klappte, schnitten sie ihr eine Halsvene auf. 

Drei Tage später wurde die Leiche von Spaziergängern in der Nähe eines NS-Gedenkstätte gefunden. Die Polizei veröffentlichte die Bilder der auffällig lackierten Gelnägel – nur wenige Tage später wurden die Männer festgenommen. In den Tagen nach der Tat hatten sie rund 3.000 Euro mit der Geldkarte des Opfers abgehoben.

Widersprüchliche Aussagen

Ramazan B. und Enoma E. mussten sich vor dem Landgericht Osnabrück wegen Mordes verantworten. Immer wieder verweigerten sie die Aussagen und bestritten ihre Beteiligung. Die beiden anderen Männer, die an dem Überfall in Köln beteiligt waren, wurden zu fünf und acht Jahren Haft verurteilt.