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Ohio: Keine Abtreibung trotz Vergewaltigung - Mädchen (10) leidet unter verschärftem Abtreibungsgesetz

Weil US-Gericht Gesetz kippte

Zehnjährige wird nach Vergewaltigung schwanger - doch sie darf nicht abtreiben

In Bloomsburg, Pennsylvania, protestieren Demonstranten gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in den USA.
In Bloomsburg, Pennsylvania, protestieren Demonstranten gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in den USA.
www.imago-images.de, IMAGO/ZUMA Wire, IMAGO/Paul Weaver

Diese Gerichts-Entscheidung macht fassungslos: Eine Zehnjährige aus dem US-Bundesstaat Ohio wird vergewaltigt und ist anschließend schwanger. Als wäre das nicht Tortur genug für das kleine Mädchen, kommt dann der nächste Schock: Das missbrauchte Kind darf nicht abtreiben.

Nach Ende von Roe v. Wade in USA: Zehnjährige darf nach Vergewaltigung nicht in Ohio abtreiben

Weil der Oberste Gerichtshof das landesweite Recht auf Schwangerschaftsabbrüche gekippt hat , muss die Zehnjährige jetzt womöglich leiden. Nach Informationen des „Indianapolis Star“ wendet sich der Arzt des Mädchens an Dr. Caitlin Bernard. Sie arbeitet als Geburtshelferin und Gynäkologin im benachbarten Bundesstaat Indiana. Er habe eine Patientin, die seit genau sechs Wochen und drei Tagen schwanger sei.

In Ohio ist ein Schwangerschaftsabbruch verboten, wenn die Herztätigkeit des Fötus beginnt – also etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche. In Indiana sieht das anders aus, zumindest noch.

Der Gesetzgeber wolle Abtreibungen in nur wenigen Wochen weiter einschränken oder verbieten, so „Indianapolis Star“. Die Mitglieder der Generalversammlung von Indiana wollen am 25. Juli in einer Sondersitzung über die Beschränkungen diskutieren.

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US-Gericht kippt Recht auf Abtreibung

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Abtreibungen in Indiana noch legal: Anstieg der Patienten aus anderen US-Bundesstaaten

Demonstranten gegen das Urteil des Gerichts.
Demonstranten protestieren gegen das Urteil des Gerichts.
www.imago-images.de, IMAGO/ZUMA Wire, IMAGO/Albuquerque Journal

Doch gerade ist das Verfahren im Staat noch legal. Und wird sich die vergewaltigte Zehnjährige auf den Weg nach Indiana machen? Sie wäre nicht die Einzige. Denn nach „Indianapolis Star“-Informationen nehmen die Anbieter nun viel mehr Anrufe aus den Nachbarstaaten entgegen.

„Normalerweise kommen etwa fünf bis acht Patienten pro Tag aus anderen Bundesstaaten, sagt Dr. Katie McHugh, die in mehreren Kliniken in Zentral- und Südindiana arbeitet. Heute behandeln die Kliniken täglich etwa 20 solcher Patienten.

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US-Supreme Court macht Weg für strenge Abtreibungsgesetze frei

Ende Juni kippte das mehrheitlich konservativ besetzte Höchste US-Gericht ein Urteil aus dem Jahr 1973, das als Roe gegen Wade bekannt ist und mit dem zuvor das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch sichergestellt wurde. Der Supreme Court argumentierte, es sei nicht in der Verfassung verankert.

Damit machte es den Weg frei für strengere Abtreibungsgesetze. Da es kein landesweites Gesetz gibt, das das Recht schützt, liegt die Gesetzgebung nun bei den Bundesstaaten. Die Entscheidung löste große Empörung aus. Auch bei Präsident Biden. (dpa/jmu)

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