Erzbischof von San Francisco schließt Politikerin aus

Weil sie für Recht auf Abtreibung ist: US-Demokraten-Chefin Pelosi darf nicht mehr zur Kommunion

Pelosi
US-Politikerin Nancy Pelosi darf nicht mehr zur Kommunion (Montage: rtl.de)

Nancy Pelosi, die Chefin der US-Demokratin, darf nicht mehr zur Kommunion. Das verkündete der Erzbischof von San Francisco, Salvatore Cordileone. Grund dafür ist, dass sich die mächtige Politikerin für das Recht von Frauen auf Abtreibung einsetzt. Darüber berichten US-Medien. Der Sender CNN bat Pelosi eigenen Angaben zufolge um einen Kommentar, habe aber noch keine Antwort erhalten.

Aufgeheizte Abtreibungsdebatte in den USA

Vatican, Rome - June 29, 2013 Solemnity of St. Peter and Paul at St. Peter Basilica and imposition of the Pallium (a papal insignia) upon the new metropolitan archbishops In the middle from left: Monsignor Salvatore Joseph Cordileone, archbishop of S
Salvatore Cordileone (links) bei einer Messe im Vatikan mit Papst Franziskus
ropi rf, picture alliance / ROPI, Maria Grazia Picciarella/ROPI

In der Begründung des Kirchenführers heißt es: „Ein katholischer Gesetzgeber, der die Zwangsabtreibung befürwortet, begeht (…) eine offenkundig schwere Sünde.“ Daher untersage er der bekennenden Katholikin Pelosi die Teilnahme am Sakrament der Kommunion. Wenn die 82-Jährige ihre Haltung öffentlich ändere, beichte und „die Absolution für diese schwere Sünde“ erhalte, dürfe sie wieder zur Kommunion gehen, schreibt der Priester weiter.

Bereits im vergangenen Jahr gab es in den USA eine Debatte darüber, ob Politiker zur Kommunion gehen dürfen, wenn sie sich für Abtreibung einsetzen. Die Debatte in den USA ist aufgeheizt. Das Thema ist seit langem ein großer gesellschaftspolitischer Streitpunkt in den Vereinigten Staaten.

Kein bundeseinheitliches Abtreibungsgesetz in den USA

Anfang Mai hatte das Magazin „Politico“ einen vertraulichen Entwurf der Urteilsbegründung des Gerichts veröffentlicht, wonach der Oberste Gerichtshof kurz davor steht, sein Grundsatzurteil zu Abtreibungen von 1973 zu kippen. Das Gericht hatte die Echtheit des Dokuments bestätigt, aber betont, es handle sich nicht um die finale Entscheidung. Eine endgültige Entscheidung darüber wird in den kommenden Wochen erwartet.

Sollte der konservativ dominierte Supreme Court das Grundsatzurteil aufheben, könnten US-Bundesstaaten Abtreibungen verbieten oder den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erheblich einschränken. Ein Bundesgesetz zu dem Thema gibt es nicht. Abtreibungen sind aber mindestens bis zur Lebensfähigkeit des Fötus erlaubt – heute etwa bis zur 24. Woche. Beobachter gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der 50 Bundesstaaten diesen Schritt gehen würden.

Mitte Mai scheiterten die US-Demokraten im Senat mit dem Versuch, das Recht auf Abtreibung mit einem bundesweiten Gesetz sicherzustellen. Die Republikaner blockierten eine Abstimmung über den Gesetzesentwurf mithilfe einer mehr als 100 Jahre alten Regelung – dem sogenannten Filibuster. Die Regel besagt, dass bei vielen Gesetzesvorhaben 60 der 100 Senatoren einem Ende der Debatte zustimmen müssen, damit es überhaupt zu einem Votum kommen kann. (uvo mit Material von CNN und dpa)