Das steckt hinter der häufigen Autoimmunkrankheit

Hashimoto-Thyreoiditis: Sind Sie nur müde oder krank?

20. Oktober 2021 - 9:52 Uhr

Hashimoto-Thyreoiditis ist oft der Grund für Müdigkeit

Müde, antriebslos und ein paar Kilos mehr auf den Hüften als sonst? Das muss nicht an zu wenig Schlaf oder der falschen Ernährung liegen. Die Ursache dafür kann auch eine Schilddrüsenentzündung namens Hashimoto-Thyreoiditis sein. Bei welchen Symptomen Sie hellhörig werden sollten und was eine Hashimoto-Erkrankung im Körper anrichtet, erfahren Sie im Video

Vor allem Frauen leiden an Hashimoto-Thyreoiditis

Um die Schilddrüse der Deutschen scheint es schlecht gestellt zu sein, denn immer mehr Menschen leiden an der Erkrankung. Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem, das Menschen vor Fremdstoffen schützen soll, fängt an, körpereigene Strukturen anzugreifen. "Die Hashimoto-Thyreoditis kann in jedem Lebensalter auftreten", erklärt Nina Buschek, Gesundheitsexpertin von der "Apotheken Umschau" im Gespräch mit RTL. Dennoch wisse man heutzutage, dass vor allem erwachsene Frauen davon betroffen seien.

"Wir wissen auch, dass hormonelle Umbruchsituationen im Leben einer Frau diese Erkrankung triggern können", so Nina Buschek weiter. Die Hashimoto-Thyreoiditis könne zum Beispiel in den Wechseljahren auftreten oder durch eine Schwangerschaft hervorgerufen werden – wie zum Beispiel bei Prinzessin Elna-Margret zu Bentheim und Steinfurt.

Verdacht auf Hashimoto-Thyreoiditis: Welcher Arzt ist der richtige?

Vermuten Sie, dass Ihre Symptome auf ein Problem mit der Schilddrüse hindeuten? Dann ist jetzt ein Besuch beim Arzt geboten. Doch muss es dann unbedingt gleich der Facharzt sein? Nein, meint Gesundheitsexpertin Nina Buschek. "Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann der Hausarzt oder die Hausärztin in der Regel sehr gut schon helfen. Auch die Frauenärztinnen und Frauenärzte kennen sich gut mit der Schilddrüse aus. Sie sind auch Hormonspezialisten." Die Unterfunktion sei leicht durch einen Bluttest zu ermitteln, so Buschek weiter. "Dafür wird das sogenannte TSH-Hormon abgenommen, das schilddrüsenstimulierende Hormon. Und wenn das zu hoch ist, dann sieht man: Die Schilddrüse arbeitet nicht richtig." Der TSH-Wert werde allerdings nicht routinemäßig untersucht, erklärt die Gesundheitsexpertin. Wer sich eine Überprüfung wünscht, sollte das also proaktiv bei seinem Arzt ansprechen.

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Hashimoto-Thyreoiditis kann das Leben des Betroffenen stark beeinflussen.
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Erkrankung der Schilddrüse, die nicht heilbar ist.

Erst Über- dann Unterfunktion

Bei Hashimoto attackiert das Immunsystem aus bisher unerforschten Gründen das eigene Schilddrüsengewebe und zerstört es allmählich. Die daraus entstandene Entzündung produziert zunächst eine Überfunktion. In Folge sinkt die Produktion der Schilddrüsenhormone, was schließlich zu einer Unterfunktion führt. Entdeckt wurde die Erkrankung 1912 von dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, nach dem sie auch benannt wurde.

Im Video erklären wir, was eine Schilddrüsenunterfunktion ist.

Hashimoto-Thyreoiditis: Diagnose und Behandlung

Der Krankheitsverlauf von Hashimoto-Thyreoiditis unterscheidet sich von Patient zu Patient. Manche Betroffene kommen mit der Erkrankung besser zurecht und haben kaum Probleme, andere wiederum sind durch die Erkrankung stark eingeschränkt. Außerdem verläuft Hashimoto in Schüben, wodurch sich die Symptome abwechseln. Das erschwert die Diagnose, da oftmals kein eindeutiges Krankheitsbild diagnostiziert werden kann.

Die Diagnose selbst wird mittels Ultraschalluntersuchung und Bluttest gestellt. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Betroffene müssen täglich Schilddrüsenpräparate einnehmen. Bei einer guten Einstellung, die durch regelmäßige Blutuntersuchungen kontrolliert wird, sind Patienten beschwerdefrei, so Professor Detlef Moka, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. im Gespräch mit der "Ärzte-Zeitung". Um das Wohlbefinden noch zusätzlich zu verbessern, kann die Einnahme von Selen hilfreich sein. Das Spurenelement lindert die Entzündungsaktivitäten der Schilddrüse und balanciert das Immunsystem aus.