Kuschelalarm mit Knautschgesicht im Zoo Berlin

Achtung, in dieses niedliche Baby-Äffchen werden auch Sie sich sofort verlieben!

02. Dezember 2020 - 14:00 Uhr

Warum das Bonobo-Baby für die gesamte Art kostbar ist

Sie zählen zu den stark gefährdeten Tieren unserer Erde: Bonobos. Genau wie die Schimpansen gehören sie zu unseren nächsten Verwandten und kommen ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo vor. Dort werden sie immer noch gejagt und getötet. Genau deshalb ist es also kein Zufall, dass der neuste Bonobo-Nachwuchs im Berliner Zoo Sam – von Samani – heißt. Denn Samani bedeutet "kostbar". Die ersten Bilder der Bonobo-Dame haben wir für Sie im Video zusammengestellt.

Wer ist der Vater?

Zuckersüß!
Bonobo-Baby Sam im ständigen Körperkontakt mit ihrer Mutter Monyama
© Zoo Berlin

Die kleine Sam wurde bereits am 25. Oktober 2020 geboren. "Sie ist das erste Jungtier von Bonobo-Mutter Monyama (10), die sich ganz rührend um ihren Nachwuchs kümmert", erzählt Pressesprecher Maximilian Jäger vom Zoo Berlin. Wer der Vater ist, kann bisher aber noch niemand sagen. Denn Bonobos sind "sehr soziale Tiere, die stets in Gruppenverbänden leben". Auch im Zoo Berlin werden alle Bonobos, momentan sind es 7, gemeinsam gehalten. Von den drei Männchen kommen die zwei geschlechtsreifen Bonobos Santi und Limbuko in Frage. Aber erst ein Vaterschaftstest wird klären, wer Sams Vater ist.

Besondere Rolle der Mutter

Bonobo-Mutter mit Bonobo-Baby
Monyama mit Jungtier Sam
© Zoo Berlin

Viel wichtiger als der Vater ist für das kleine Affen-Baby aber ohnehin die Mutter. "Anfangs ist der Nachwuchs im ständigen Körperkontakt mit seiner Mutter, denn neben Wärme und Zuwendung braucht das Jungtier auch jede Menge Muttermilch", beschreibt Jäger das Verhältnis. Erst wenn Bonobos sechs Monate alt sind, lösen sie sich von der Mutter und erkundigen ihre Umgebung. Dabei probieren sie auch erste Blätter, Früchte und Kräuter. Das ist sehr wichtig, denn Bonobos verbringen den Großteil ihres Tages mit der Futtersuche. Um diese auch für die Bonobos im Zoo "möglichst abwechslungsreich zu gestalten, überlegen sich unsere Tierpfleger täglich neue Futter-Versteck-Möglichkeiten. Unter anderem kommen dabei knifflige Futter-Automaten zu Einsatz.", erklärt Jäger vom Zoo Berlin.

Bonobos - was unterscheidet sie von anderen Affen?

Bonobos können in der Wildnis bis zu 40 Jahre alt werden, in Zoos können die Tiere sogar 50 Jahre oder älter werden. "Bei Bonobos haben – anders als bei Schimpansen – die Weibchen das Sagen. Sie verbünden sich miteinander, um gegenüber körperlich überlegenen Männchen die Oberhand zu behalten", erklärt Maximilian Jäger. Außerdem haben die Tiere eine schlankere Statur und längere Gliedmaßen, sodass man sie bevorzugt weit oben in den Bäumen entdecken kann. Mit ein bisschen Glück kann man Sam und ihre Mutter im Zoo Berlin durch die Scheibe außen am Menschenaffenhaus beobachten.

Zoo Berlin: Jedes Jungtier ist ein Grund zur Freude und Hoffnung

Weltweit gibt es schätzungsweise nur noch 15.000 bis 20.000 Bonobos. Daher gilt die Art als stark gefährdet. Gemeinsam mit dem Verein Bonobo Alive e.V. setzt sich der Zoo Berlin deshalb für den Schutz der Menschenaffen ein. Stolz sagt Jäger: "Dank unserer Unterstützung kann Bonobo Alive neben der weiteren Erforschung der Bonobos u.a. Patrouillen gegen Wilderer durchführen, illegale Tierfallen beschlagnahmen und die Bevölkerung am Schutz beteiligen." Außerdem ist die Bonobogruppe im Zoo Berlin Teil des Europäische Erhaltungszuchtprogramms (EEP). "Das EEP hat stets das Ziel, in Zoos eine stabile Reservepopulation für bedrohte Tierarten zu schaffen", erklärt Maximilian Jäger. Genau deshalb sind er und sein Team besonders glücklich über die Geburt und ersten Momente von Bonobo-Baby Sam. "Jedes gesunde Jungtier ist ein Grund zur Freude und Hoffnung", schreibt der Zoo Berlin. Und auch wir freuen uns mit, denn solche süßen Bilder guckt sich doch jeder gern an!