Überwachungsvideos zeigen Momente vor ihrem Tod

Vergewaltigt, erwürgt und erdolcht: Hier trifft Megan (†18) ihren Mörder (19)

19. Februar 2020 - 18:28 Uhr

"Lebhaft, quirlig und hilfsbereit": Fußball-Trainerin Megan war immer für ihre Mitmenschen da

Megan Newton wollte Gutes tun – aber ihre Nächstenliebe kostete sie das Leben. Es ist April 2019, als die quirlige 18-Jährige nach einer Party-Nacht im englischen Stoke-on-Trent auf Joseph Trevor trifft, einen ehemaligen Mitschüler. Der Polizistensohn ist betrunken und völlig zugedröhnt mit Koks und Ketamin. Kurz zuvor erst ist er von Beamten wegen des Verdachts auf Drogenbesitz angehalten und durchsucht worden – aus Angst vor Stress mit seinen Eltern traut er sich nicht nach Hause.

Megan, so berichten britische Medien, beweist Herz und will ihm aus der Patsche helfen: Sie zögert nicht lange, bietet Trevor einen Schlafplatz auf ihrer Couch an. Dort soll er sich erst einmal auskurieren. Es ist mitten in der Nacht, um Viertel vor vier, als Überwachungskameras filmen, wie die beiden die Wohnung betreten. Megan lacht – fröhlich, ausgelassen, arglos. Es sind die letzten Bilder, auf denen die junge Frau lebend zu sehen ist.

Mord an 18-jähriger Britin: Megans Killer nutzte ihre Hilfsbereitschaft eiskalt aus

Mord an Megan Newton in England: Hier trifft die 18-Jährige ihren Killer
Megan Newton an ihrem 18. Geburtstag: Sie träumte davon, Sporttherapeutin zu werden.
© Staffordshire Police

Auf den Überwachungsbildern scheint zunächst alles ruhig. Doch schon nach wenigen Stunden verlässt Joseph Trevor die Wohnung wieder – hastig, sichtlich nervös, mit blutverschmierten Händen. Dass er aufgezeichnet wird, scheint er nicht zu bemerken. Den Haustürschlüssel wirft er draußen auf dem Parkplatz weg, hofft so seine Spuren zu verwischen.

Aber sein Plan geht nicht auf. Ein aufmerksamer Nachbar findet Megans Schlüssel und will nach dem Rechten sehen. Als er die Tür zu ihrer Wohnung öffnet, gefriert ihm das Blut in den Adern: Megan liegt tot im Bett – nackt, vergewaltigt, bewusstlos gewürgt und mit mehreren Messerstichen in den Rücken erstochen. Für sie kommt jede Hilfe zu spät.

Nach der Bluttat ist Trevor auf der Flucht, irrt durch die Straßen. Polizisten gabeln ihn schließlich auf, halten ihn für einen betrunkenen Partygänger – sie wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was er getan hat, und bringen ihn nach Hause. Dort erfährt der 19-Jährige dann, dass Megan inzwischen tot in ihrer eigenen Wohnung aufgefunden worden ist – und gesteht seiner Familie, "etwas sehr Schlimmes" getan zu haben. Kurz darauf wird er verhaftet.

"Es bricht mir das Herz": Lebenslange Haft für den Mörder – aber Megans Eltern sind am Boden zerstört

Eiskalter Killer: Fußballspieler Joseph Trevor brachte Megan mit mehreren Messerstichen um.
Eiskalter Killer: Fußballspieler Joseph Trevor brachte Megan mit mehreren Messerstichen um.
© Staffordshire Police

Joseph Trevor kommt jetzt wegen Mordes lebenslang hinter Gitter. Frühestens nach 21 Jahren winkt ihm die Chance auf Entlassung, er bleibt zudem für den Rest seines Lebens als Sexualstraftäter registriert. "Das war eine brutale, herzlose Tat an einer hilfsbereiten Frau in ihren eignen vier Wänden", zitiert die Daily Mail den Richter bei der Urteilsverkündung. "Megan Newton war voller Hoffnungen und Träume, wie alle 18-Jährigen."

Das Urteil: für Megans Familie endlich ein Schlussstrich. Späte Gerechtigkeit – aber nur ein schwacher Trost. Dass ihre Tochter so abrupt und sinnlos aus dem Leben gerissen wurde, können ihre Eltern auch jetzt, knapp ein Jahr nach der Tat, noch immer nicht fassen. "Es bricht mir das Herz, dass ich nie wieder ihr wundervolles Lächeln sehen oder ihre Stimme hören kann", sagt Megans Vater Michael vor Gericht, Tränen in den Augen.

Seine Tochter war Amateurfußball-Trainerin, wollte später Sport- oder Physiotherapeutin werden. Sie hatte ihr ganzes Leben vor sich. "Wie konnte ihr so etwas zustoßen – ihr, einer so wunderbaren, liebevollen, großherzigen und lustigen jungen Frau? Das werde ich nie verstehen können. Darüber werde ich den Rest meines Lebens niemals hinwegkommen."