Wo kann man Geld beantragen und wer ist berechtigt?

Nach der Hochwasser-Katastrophe: So kommen Betroffene an Soforthilfen

26. Juli 2021 - 23:06 Uhr

Geld soll schnell und unbürokratisch fließen

Schnelle und unbürokratische Hilfe für die Flutopfer – das ist das große Versprechen: Die Opfer der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sollen nun Soforthilfen beantragen können. Eine Bedürftigkeitsprüfung soll es nicht geben, sagt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Neben 200 Millionen Euro vom Bund will etwa das Land NRW Betroffenen der Hochwasserkatastrophe mit weiteren 200 Millionen Euro Soforthilfe unter die Arme greifen. Die Soforthilfen wurden in enger Abstimmung mit der Landesregierung in Rheinland-Pfalz erarbeitet. Auf beiden Seiten der Landesgrenzen solle es die gleichen Leistungen geben, so Laschet.

Im Video erzählen Betroffene, wofür sie das Geld jetzt dringend brauchen.

 Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in der verwüsteten Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
© imago images/Hannes P. Albert, Hannes P. Albert via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Für wen gibt es Soforthilfe nach der Flutkatastrophe?

Die Soforthilfen kann von folgenden Gruppen in Anspruch genommen werden:

  • Privatleute: Bürger in Existenznot können 1.500 Euro pro Haushalt erhalten und zusätzlich 500 Euro für jede weitere Person. Insgesamt aber maximal 3.500 Euro pro Haushalt.
  • Wirtschaft: Für jede beschädigte Betriebsstätte können Leistungen von 5.000 Euro abgerufen werden. Das gilt auch für Land- und Forstwirtschaft sowie freie Berufe.
  • Kommunen: Betroffene Städte und Gemeinden erhalten insgesamt 65 Millionen Euro. Landräte und Bürgermeister, die Probleme mit zu langen Behördenwegen haben, sollen direkt im Innenministerium anrufen.

Soforthilfen: Wie kommen Flutopfer jetzt an das Geld?

Flutopfer können die Soforthilfen beim Land NRW oder beim Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz beantragen. Voraussetzung ist ein Nachweis über den Hauptwohnsitz in einem durch die Unwetterkatastrophe vom 14. und 15. Juli 2021 betroffenen Bereich.

Zudem müssen Betroffene erklären, dass in ihrem Haushalt ein Schaden von mindestens 5.000 Euro entstanden ist, der nicht durch Versicherungen ersetzt wird. Eine Bedürftigkeits-, Vermögens-, und Detailprüfung soll es nicht geben. Man muss jedoch versichern, dass die Angaben stimmen und keine andere Hilfsleistung bezogen wird.

Lese-Tipp: Was Versicherte nach der Flutkatastrophe ersetzt bekommen und beachten sollten, lesen Sie hier.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat außerdem ein "Bürgertelefon Fluthilfe" eingerichtet. Unter der Rufnummer 0211/4684 4994 können Betroffene Fragen stellen und sich über Anlaufstellen für Anträge informieren.

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Auch andere Bundesländer wollen den Flutopfern helfen

Weitere Bundesländer haben angekündigt, die geplante Aufbauhilfe für die Hochwassergebiete finanziell unterstützen zu wollen. Dazu gehören Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bremen. "Sachsen hat im Zuge der vergangenen Hochwasserkatastrophen selbst eine große Solidarität erfahren. Es ist deshalb selbstverständlich, dass sich der Freistaat an der geplanten Wiederaufbauhilfe beteiligen wird", sagte Sachsens Ministerpräsident Kretschmer gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Zuvor hatte die Bundesregierung bereits eine Soforthilfe von zunächst 200 Millionen Euro beschlossen. Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. (dgu)

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