Dehoga-Präsident: „Wir finden kaum Worte für die Eindrücke, die wir vor Ort wahrnehmen“

Nach der Flutkatastrophe: Tourismus in der Krise

22. Juli 2021 - 13:32 Uhr

Nach Corona kommt die Flut

Verwüstete Campingplätze, zerstörte Ferienhäuser und Hotels: Nach dem langen Lockdown stürzt jetzt die Unwetterkatastrophe den Tourismus in die nächste Krise.

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„Man denkt, dass kann nie wieder aufgebaut werden, was hier alles zerstört wurde"

Andrea Babic hat alles verloren. Sie und ihre Schwester besaßen in Altenahr ein Hotel – jetzt ist alles voll mit Schlamm. "Man denkt, dass kann nie wieder aufgebaut werden, was hier alles zerstört wurde," so die 43-jährige. So wie Andrea Babic geht es vielen in den Hochwassergebieten. Hoteliers und Gastwirte mussten in den letzten Monaten bereits wegen Corona schließen und hatten kaum Umsätze – jetzt trifft sie das nächste Unglück.

Dehoga-Präsident: „Wir finden kaum Worte für die Eindrücke, die wir vor Ort wahrnehmen“

Nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Rheinland-Pfalz gibt es im stark betroffenen Kreis Ahrweiler so gut wie keine Wirtshäuser oder Hotels, die innerhalb der kommenden zwölf Monate wieder Gäste bedienen könnten. "Wir finden kaum Worte für die Eindrücke, die wir vor Ort wahrnehmen," so Dehoga-Präsident Gereon Haumann.

Für die Betroffenen hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schnelle und unbürokratische Überbrückungshilfe versprochen. "Ich hoffe, dass das schneller und unbürokratischer als bei Corona bei den Betrieben ankommt," sagte Gereon Haumann.

Die Tourismus-Krise trifft nicht nur Hoteliers in den Flutgebieten. Zahlreiche Urlaubsgäste würden ihre Buchungen auch in Landesteilen stornieren, die überhaupt nicht von den Überflutungen betroffen waren, wie beispielsweise Rheinhessen oder die Pfalz.

Was Dehoga-Präsident Gereon Haumann jetzt für die betroffenen Tourismusbetriebe fordert, sehen Sie im Video.

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Aufräumen statt Aufgeben

Andrea Babic hatte bereits im Lockdown viel investiert - vor allem in die Außengastronomie. Jetzt steht sie vor den Trümmern und muss die Aufträge wieder absagen. Einiges ist bereits vorfinanziert. An die schnellen Hilfen glaubt sie nicht. "Ich suche jetzt einen Job für die nächsten zwei Jahre. Bis man dann überhaupt darüber nachdenken kann, dass man hier wieder etwas selbstständig machen kann," erzählt Andrea Babic. Aufgeben will die 43-jährige dennoch nicht – zuerst muss weiter aufgeräumt werden.

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