Wer hat die junge Studentin aus Aschau im Chiemgau getötet?

Mordfall Hanna: Tatverdächtiger gefasst! Warum sich die Polizei so bedeckt hält

Hanna aus Aschau im Chiemgau verschwand nach einem Besuch in der Disco "Eiskeller", ihre Leiche wurde später von einem Passanten im Fluss Prien entdeckt.
Hanna aus Aschau im Chiemgau verschwand nach einem Besuch in der Disco "Eiskeller", ihre Leiche wurde später von einem Passanten im Fluss Prien entdeckt.
Facebook/rathausaschauimchiemgau

Sechs Wochen nach dem gewaltsamen Tod der Medizinstudentin Hanna (†23) aus Aschau im Chiemgau hat die Polizei am vergangenen Freitag einen Tatverdächtigen gefasst. Er sitzt in Untersuchungshaft. Doch um wen genau handelt es sich bei dem Mann, der wohl ganz in ihrer Nähe lebte? RTL hat mit Polizei-Sprecher Stefan Sonntag darüber gesprochen, warum sich die Ermittler bei diesem Verdächtigen so bedeckt hält.

Polizei schweigt mit Verweis auf Persönlichkeitsschutz

In der Heimatstadt von Hanna kursiert bereits der Name eines jungen Mannes, der ganz in der Nähe wohnte und jetzt in Untersuchungshaft sitzt. Die Ermittler der Soko „Club“ nannten auf Nachfrage weder den Tatvorwurf noch das genaue Alter des Verdächtigen. „Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen Heranwachsenden, 18 bis 21 Jahre alt. Er wohnt im südlichen Rosenheim, genauen Ort werden wir nicht nennen“, sagte Polizeisprecher Stefan Sonntag im Gespräch mit RTL.

„Ein junger Mensch hat mehr Schutzrechte hinsichtlich seiner Daten. Und es handelt sich um einen Tatverdächtigen, für den auch erstmal die Unschuldsvermutung gilt.“ Die Soko müsse noch Monate ermitteln, um belastende oder eben entlastende Beweise zu finden, um „ihn aus dem Fokus rücken zu lassen“, so Sonntag weiter. Der Mann gilt als dringend tatverdächtig. Die Polizei hält sich noch weiter bedeckt und möchte keine genauen Angaben zum Verdächtigen machen. Die Ermittlungen laufen weiter. „Wir sind so zurückhaltend, weil es für den Betroffenen alles andere als schön ist und auch für mögliche Freunde, Familie und das Umfeld, das konfrontiert wird“, klärte Sonntag im RTL-Interview auf. „Wir sehen das als sehr skeptisch in Bezug auf Ethik und Moral.“

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Mord an Hanna (23) - Kripo nimmt Verdächtigen fest Aschau im Chiemgau
01:05 min
Aschau im Chiemgau
Mord an Hanna (23) - Kripo nimmt Verdächtigen fest

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Noch viele offene Fragen im Mordfall Hanna

Zum Schutz des festgenommenen Mannes und der Familie machte auch der Pflichtverteidiger des Tatverdächtigen, Harald Baumgärtl, keine genauen Angaben zur Identität. Sollte Anklage erhoben werden, müsse zunächst geklärt werden, ob der Täter nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird.

Ebenso ist die Frage noch offen: Handelt es sich bei dem Festgenommenen um jenen Jogger, der in der Tatnacht zwischen zwei und drei Uhr morgens in der Nähe des Clubs gesehen worden war, in der Hanna vor ihrem Verschwinden gefeiert hatte? Auf Anfrage habe der Polizeisprecher der „Passauer Neue Presse“ mitgeteilt: „Dazu sagen wir nichts.“ Der Jogger war als Zeuge in dem Fall gesucht worden.

Der Musikclub "Eiskeller"
Den Musikclub "Eiskeller" hatte die 23 Jahre alte Medizinstudentin vor ihrem gewaltsamen Tod Anfang Oktober 2022 besucht.
pil sab sd cho, dpa, Uwe Lein

Hanna hatte in der Aschauer Diskothek „Eiskeller“ gefeiert. Am Morgen des 3. Oktober gegen 2:30 Uhr verließ sie den Club. Am Nachmittag entdeckte ein Fußgänger Hannas Leiche in der Prien. Der Fundort im Ortsteil Kaltenbach ist etwa zehn Kilometer von der Disco in Aschau entfernt. (gsc)