"Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei"

Merkel und Macron warnen vor aggressiver Delta-Variante

Merkel: "Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei"
Merkel: "Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei"
© dpa, Axel Schmidt, nie wst

21. Juni 2021 - 8:33 Uhr

Gemeinsame Marschrichtung von Frankreich und Deutschland

Noch hat die Delta-Variante des Coronavirus – die erstmals in Indien nachgewiesen wurde – in Deutschland nur einen Anteil von rund sechs Prozent. Dieser könnte sich aber schon bald dramatisch erhöhen, glaubt man Virologen. Deshalb haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron getroffen, um eine gemeinsame Marschrichtung im Kampf gegen die Mutante zu besprechen.

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Merkel und Macron für strengere Corona-Regeln

Sowohl in Frankreich, wie in Deutschland, ist die Lage aktuell ruhig – trügerisch ruhig, wie einige Experten finden. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte schon vor wenigen Tagen: "Da baut sich leider ein perfekter Sturm für den Herbst auf." Und die Zahlen in Großbritannien zeigen in dieselbe Richtung. Allein zwischen dem 20.Mai und dem 7.Juni hat sich die Anzahl der Infektionen mit der Delta-Variante dort verdoppelt.

Damit diese Welle nicht auf den Kontinent und zu uns nach Deutschland schwappt, haben sich die Bundeskanzlerin und der französische Präsident heute auf einen gemeinsamen Weg verständigt. "Deutschland und Frankreich haben relativ strenge Regeln wegen der Ausbreitung in Großbritannien erlassen", sagte Macron vor einem gemeinsamen Essen im Kanzleramt und teilte damit kräftig vor allem gegen die südeuropäischen EU-Staaten aus. "Es gibt einige Länder, die wegen ihrer Tourismusindustrie schnellere Öffnungen beschlossen hatten."

Delta-Variante auch Thema des EU-Gipfels

Um eine Ausbreitung der aggressiven Delta-Variante noch zu verhindern, wollen die beiden das Thema auch auf dem EU-Gipfel kommenden Donnerstag und Freitag ansprechen. Dann soll bestenfalls eine gemeinsame Marschrichtung aller EU-Staaten beschlossen werden.

Ob das allerdings klappt, ist mehr als fraglich. Mehrmals waren die unterschiedlichen Einreisebeschränkungen bereits Thema in Brüssel. Während Einreisende aus Risikogebieten wie Großbritannien in Deutschland zwei Wochen in Quarantäne müssen, können sie in die südeuropäischen Urlaubsländer oft ohne Probleme einreisen.

+++ Keine Risikogebiete mehr: In DIESEN Ländern ist Urlaub trotz Corona möglich +++

Der Grund: Nach anderthalb Jahren Pandemie-Pause wollen Italien, Spanien, Portugal und Co. ihre Tourismusbranche wieder in Schwung bringen. Touristen aus Großbritannien spielen dabei eine große Rolle.

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Für Merkel ein Unding. "Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei", warnte sie. Es gebe zwar auf europäischer Ebene heute schon mehr Koordinierung als 2020, aber sie reiche noch nicht aus.

Die Folgen zeigen sich aktuell vor allem in Portugal. In der Hauptstadt Lissabon ist wegen steigender Infektionszahlen wieder eine Ausgangssperre erlassen worden. Die Stadt wurde komplett abgeriegelt.

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