Pandemie ist noch nicht vorbei

Lauterbach mit Sorge vor Delta-Variante: "Da baut sich leider ein perfekter Sturm für den Herbst auf"

Karl Lauterbach: Die Delta-Variante macht ihm Sorgen.
Karl Lauterbach: Die Delta-Variante macht ihm Sorgen.
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18. Juni 2021 - 13:12 Uhr

"Die Impfquote steigt nur langsam"

Die Sonne scheint, die Inzidenzen sinken, wir haben wieder mehr Freiheiten. Da kann Corona schon mal gerne in Vergessenheit geraten. Doch die Pandemie ist noch nicht vorbei. Mit Sorgen schaut der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf den Herbst. Der Grund: Die Delta-Variante des Coronavirus.

"In den USA liegt der Anteil der indischen Delta-Variante jetzt schon bei 20%. Die Gesamt Inzidenz liegt umgerechnet bei ungefähr 35 und sinkt kaum mehr. Die Impfquote steigt nur noch langsam. Da baut sich leider ein perfekter Sturm für den Herbst auf.", twittert Lauterbach.

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Delta-Variante zum Teil resistent gegen Impfung

"Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden", sagte der Epidemiologe am Dienstag in der Fernsehsendung "rbb Spezial". Das werde im Herbst zu Problemen führen. Bisher tritt die aus Indien stammende Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf. Am Dienstag wurde allerdings bereits ein größerer Ausbruch an einem Gymnasium in Hildesheim bekannt.

Zwar sei die Saisonalität dieser Variante viel ausgeprägter als ursprünglich angenommen, wie eine neue Studie der Oxford Universität bestätigt habe. Das bedeute, im Sommer sei das Risiko, sich anzustecken viel geringer. Dennoch ist die Variante laut Lauterbach in dreifacher Hinsicht problematisch: Sie sei deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Impfung, insbesondere wenn nur einmal geimpft wurde. "Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt", so Lauterbach.

Lauterbach fordert, auch Kindern ein Impfangebot zu machen

Herdenimmunität sei zwar weiterhin das Ziel. Und was die Erwachsenen angehe, sei das bis September zu schaffen, sagte er. Doch wenn 80 Prozent immunisiert seien, heiße das nicht, dass die restlichen 20 Prozent sich nicht mehr anstecken könnten. "Eine Herdenimmunität im engeren Sinne gibt es eigentlich gar nicht", sagte Lauterbach weiter.

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. "Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit." (dpa/eku)

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