Zweieinhalb Tage alles dicht!

Portugals Hauptstadt Lissabon wird wegen Delta-Variante abgeriegelt

Lissabon wird wegen einer besorgniserregenden Zunahme der Corona-Infektionsfälle für rund zweieinhalb Tage abgeriegelt.
Lissabon wird wegen einer besorgniserregenden Zunahme der Corona-Infektionsfälle für rund zweieinhalb Tage abgeriegelt.
© picture alliance/dpa/Sputnik | Gustavo Valiente

19. Juni 2021 - 9:27 Uhr

Ausbreitung der Delta-Variante: Portugals Regierung riegelt Lissabon ab

2,8 Millionen Bewohner der portugiesischen Hauptstadt dürfen den Großraum Lissabon zweieinhalb Tage lang nur noch aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige werden nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen. Der Grund: Im ganzen Land breitet sich die hochansteckende Delta-Variante rasant aus.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de und rund um die Uhr im Stream auf n-tv +++

"Es ist nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen"

Von Freitagnachmittag (16 Uhr MESZ) bis Montagmorgen (6 Uhr MESZ) wird Lissabon abgeriegelt! Am Donnerstag hatte die Hauptstadt mit 928 Infektionen binnen 24 Stunden den höchsten Wert seit dem 19. Februar verzeichnet.

In Lissabon breite sich derzeit die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus relativ stark aus, sagte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. "Es ist nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen, aber uns erschienen sie unerlässlich, damit die Lage, die in Lissabon derzeit herrscht, nicht auf das ganze Land übergreift", betonte sie.

Portugal hatte die Pandemie fast besiegt

Der einstige Hotspot Portugal hatte im Winter erfolgreich gegen Corona gekämpft und im Frühjahr zeitweilig mit die niedrigsten Werte Europas aufgewiesen. Der Ausnahmezustand zur Eindämmung der Pandemie war deshalb am 1. Mai nach fünfeinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz stieg jedoch nach Angaben der EU-Behörde ECDC innerhalb weniger Wochen von 55 auf 87.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Sorge vor Delta-Variante in Deutschland

Noch ist die in Indien entdeckte Delta-Variante in Deutschland wenig verbreitet. Doch ihr Anteil steigt: Er lag laut jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts bei 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni). In der Woche davor waren es noch 3,7 Prozent.

Bei Ärzten läuten deshalb die Alarmglocken. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warf die Frage auf, ob die aktuellen Corona-Lockerungen nicht zu weit gingen. "Das Tückische bei dieser Variante ist, dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Er mahnte, im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen sollten unbedingt weiterhin FFP2-Masken getragen werden. Die Länder "sollten außerdem die politische Größe haben, angekündigte Lockerungen wieder zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder steigen sollten. So, wie es die britische Regierung jetzt getan hat", betonte der Mediziner.

Lesen Sie hier mehr zum Thema:

Podcast: Wir gegen Corona

10 Fakten zur Corona-Impfung

Für viele Menschen rückt der erste Corona-Impftermin immer näher. Aber noch sind viele Fragen offen und täglich kommen neue hinzu. Wann kann ich mir einen Termin machen? An wen kann ich mich für einen Impftermin wenden? Worauf müssen Menschen mit Krebserkrankung und Schwangere achten? Darf ich mir meinen Wirkstoff selbst aussuchen und muss ich nach der Impfung die AHA-Regeln beachten? Sollte ich mich impfen lassen, obwohl ich schon Corona hatte? Diese und mehr Fragen beantworten wir in unserer Web-Story hier.

Auch interessant