Neue Corona-Regeln

Ende der Maskenpflicht: Das gilt jetzt beim Einkauf im Supermarkt, in der Drogerie und im Einzelhandel

Das gilt jetzt beim Einkauf im Supermarkt, in der Drogerie u Ende der Maskenpflicht:
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Ende der Maskenpflicht:
Das gilt jetzt beim Einkauf im Supermarkt, in der Drogerie u

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von Aristotelis Zervos

Wer einkaufen geht, muss in großen Teilen Deutschlands keine Maske mehr tragen. Die Supermärkte, Discounter und anderen Geschäfte öffnen am Montag ihre Türen und dürfen erstmals seit etwa zwei Jahren wieder Kundinnen und Kunden hereinlassen, die keine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Bund und Länder hatten ihre Corona-Maßnahmen entsprechend gelockert. Am Freitag war die Maskenpflicht bereits in Berlin gefallen, am Sonntag dann in den meisten anderen Bundesländern - dort war der Einkauf in Geschäften mit Sonntagsöffnung ohne Maske schon möglich, etwa an Bahnhöfen. Nun fällt die Maskenpflicht im großen Stil.

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Einzelhändler können Regeln selbst bestimmen

Obwohl die Inzidenz und Neuinfektionen bundesweit weiterhin hoch sind, sollen strengere Regeln in Zukunft nur noch in Hotspots erlaubt sein – also Gegenden, in denen zum Beispiel eine Überlastung der Gesundheitsversorgung droht.

Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern halten im Rahmen dieser Hotspot-Regelung vorerst an der Tragepflicht fest. Andere Bundesländer verzichteten auf so einen Sonderweg. Seit Ende April 2020 war das Tragen einer Maske in Geschäften bundesweit vorgeschrieben gewesen.

Im Einzelhandel sorgt das Ende für gemischte Gefühle. Die Gewerkschaft Verdi berichtete mit Blick auf das Ansteckungsrisiko von Besorgnis unter den Beschäftigten. Auch unter den Arbeitgebern gibt es viele kritische Stimmen. In einer Umfrage des Handelsverbands Bayern unter Einzelhändlern gab eine knappe Mehrheit an, das Ende der Maskenpflicht für falsch zu halten. 11,7 Prozent der Einzelhändler in Bayern wollen der Umfrage zufolge in ihren Geschäften an der Maskenpflicht festhalten, 77,4 Prozent dagegen nicht über das Hausrecht Masken vorschreiben.

Für den Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, ist die Maske zum ständigen Begleiter im Alltag geworden „Wer sie aufsetzt, schützt sich selbst und andere“, erklärte Genth gegenüber der Deutschen Presseagentur. Viele hätten sich an sie gewöhnt, auch beim Einkaufen. „Eine Maskenpflicht kann es allerdings nicht ewig geben“, sagte Genth. Deshalb spricht er sich weiterhin für eine Impfpflicht aus.

Lauterbach für Maskenvorgaben in Innenräumen

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) würde es befürworten, wenn Supermarktketten oder große Veranstalter nach Hausrecht weiterhin Maskenvorgaben für ihre Innenräume machen. Dies könne bei der derzeit hohen Zahl von Corona-Infektionen eine Ergänzung zu Schutzregeln der Länder in Hotspot-Regionen mit kritischer Lage sein. Er würde eine solche Initiative begrüßen.

Nach Änderungen des Infektionsschutzgesetzes ist eine allgemeine Maskenpflicht in Innenräumen wie Geschäften nach einer Übergangsfrist ab dem 3. April nicht mehr als bundesweite Alltagsregel möglich. Für einen solchen weiteren Basisschutz hatten sich Mediziner eingesetzt, SPD und Grüne konnten dies in der Ampel-Koalition nicht durchsetzen.

Generell sind den Ländern nur noch wenige allgemeine Schutzvorgaben etwa zu Masken und Tests in Einrichtungen für gefährdete Gruppen wie Pflegeheimen und Kliniken möglich. Sie können aber für regionale „Hotspots“ weitergehende Beschränkungen etwa mit mehr Maskenpflichten und Zugangsregeln verhängen, wenn das Landesparlament für diese eine kritische Lage feststellt.

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Einkaufen ohne Maske bei Aldi, Lidl, Globus, dm, Rossmann & Co?

Bei den großen Handelsketten entfällt die Tragepflicht – etwa bei Rewe, Lidl, Aldi und Edeka im Lebensmittelbereich, beim Möbelhändler Ikea, bei der Buchhandelskette Thalia oder den Textilketten H&M und Primark. Mitunter wird den Kunden aber empfohlen, freiwillig weiterhin Maske zu tragen. Nutzen Märkte ihr Hausrecht und fordern über einen Aushang am Eingang das Tragen der Maske ein, müssen Kundinnen und Kunden sich daran halten und eine Maske tragen.

Bei Aldi Süd wird es keine Durchsetzung der Maskenpflicht über das Hausrecht geben. „Wird keine Maskenpflicht vorgeschrieben, behalten wir uns eine Empfehlung an Mitarbeiter:innen und Kund:innen vor, weiterhin freiwillig eine Maske zu tragen“, erklärte das Unternehmen gegenüber RTL/ntv.

Lidl und Kaufland wird ebenfalls keine Maskenpflicht durchsetzen. Sollten staatliche Vorgaben „die Aufhebung der Maskenpflicht für Kunden vorsehen, werden wir diesen folgen“, teilte die Schwarz-Gruppe gegenüber der Deutschen Presseagentur mit, zu der Lidl und Kaufland gehören.

Bei Edeka, Deutschlands größter Supermarktkette, wird es keine Maskenpflicht mehr geben. Trotzdem appelliert das Unternehmen an alle Kundinnen und Kunden, weiterhin freiwillig die Maske beim Einkaufen zu tragen. „Generell möchten wir betonen, dass wir das Tragen einer medizinischen Maske beim Besuch unserer Märkte zum Selbstschutz unserer Kundinnen und Kunden und zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen“, erklärte das Unternehmen gegenüber RTL/ntv. „Leider hat der Gesetzgeber mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes entschieden, dass die Pflicht zum Tragen von Masken nur noch in Ausnahmefällen und in besonderen Hotspots angeordnet werden kann. Hier hat sich die Regierung deutlich positioniert und einen möglichen Flickenteppich an Vorgaben in Kauf genommen“, kritisierte Edeka. „Man kann daher nun nicht erwarten, dass wir mithilfe des Hausrechts weiterhin eine Maskenpflicht durchsetzen. Da fehlen uns die Möglichkeiten der Kontrollen.“

Ähnlich sieht es bei Mitbewerber Rewe aus. Sofern es keine anderslautenden behördlichen Vorgaben gebe, werde der Einkauf bei Rewe und der Discount-Tochter Penny auch ohne Maske möglich sein, sagte ein Rewe-Sprecher gegenüber der Deutschen Presseagentur. Dies gelte auch für die Baumarktkette Toom, die ebenfalls zum Konzern gehört.

Auch bei MediaMarkt und Saturn wird es keine Maskenpflicht in den Filialen geben, die Elektronikmärkte setzen auf Vernunft und Freiwilligkeit. „Wir bitten unsere Kunden und werben dafür, weiterhin eine Schutzmaske zu tragen“, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. „Ebenso weisen wir nach wie vor auf Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln hin, bieten Desinfektionsmittel an und behalten auch Vorkehrungen wie beispielsweise Plexiglasscheiben zum Schutz aller bei. Selbstverständlich werden auch unsere Mitarbeitenden in den Märkten von MediaMarkt und Saturn weiterhin medizinische Masken tragen, um sich selbst und andere zu schützen.“

Auf Freiwilligkeit setzt auch Ikea: „Sollte die Maskenpflicht im Einzelhandel aufgehoben werden, gilt dies auch für Ikea. Angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens weisen wir aber unsere Kund*innen und Mitarbeiter*innen darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch weiterhin sich selbst und andere schützt.“

Ebenso kündigte bereits Globus an, sich von der Maskenpflicht zu verabschieden. "Wenn die Maskenpflicht fällt, fällt diese auch in unseren Markthallen weg“, erklärte Sascha De Rosa, Leiter Krisenmanagement Pandemie bei Globus. „Wir hatten bereits vor der Pandemie Desinfektionsspender in unseren Markthallen aufgestellt, diese wird es auch nach der Pandemie geben. Die Schutzvorrichtungen werden wir weiterhin belassen und auch die Hinweise zu Abständen und Hygieneregeln werden weiterhin Bestand haben, vielleicht im Laufe der Verbesserung des Infektionsgeschehens in reduzierter Form."

Bei dm hat „die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen sowie unserer Kundinnen und Kunden oberste Priorität“, erklärt Christian Harms, als dm-Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Mitarbeiter. „Wir werden – wie seit Beginn der Pandemie – die jeweils geltenden gesetzlichen Verordnungen in unseren dm-Märkten umsetzen und unsere Hygienekonzepte entsprechend anpassen.“

Die Modekette H&M geht ebenfalls den Weg der Freiwilligkeit: „Dort wo keine offizielle Maskenpflicht mehr gilt, empfehlen wir dennoch weiterhin eine Maske zu tragen, diese stellen wir unseren Kolleg*innen auch nach wie vor kostenfrei zur Verfügung.“ Außerdem gebe es weitere Schutzmaßnahmen wie Desinfektionsmittel und Spuckschutzvorrichtungen aus Plexiglas.

Es bleibt zu hoffen, dass bald auch die Inzidenzzahlen wieder sinken und nach zwei Jahren Corona-Pandemie endlich wieder Normalität in den Einkaufsalltag einzieht. (mit dpa)

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