10. Juli 2019 - 17:55 Uhr

Maria Henselmann verschwand mit 13 Jahren

Das Urteil für ihren Peiniger Berhard H. ist gefallen: Mehr als fünf Jahre war Maria Henselmann mit ihrem rund 40 Jahre älteren Entführer Bernhard H. verschwunden. Das Landgericht Freiburg hat ihn zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im exklusiven RTL-Interview (s. Video) spricht Maria über die Zeit mit ihrem Entführer, ihren Missbrauch und ihre Gefühle für ihren Peiniger.

Maria weinte beim Urteil

Als der Richter das Urteil verkündet, kommen Maria Henselmann die Tränen. "Diese Aussagen, dieser ganze Prozess und mit diesen Worten, die der Richter gesprochen hat. War das alles dann zu Ende. Die ganzen letzten Jahre waren dann zu Ende. Auf einmal - als ob man eine ganz große Last von mir nehmen würde." Nach dem Urteil haben sich alle angestauten Emotionen und Sorgen bei ihr gelöst. Maria verrät im Interview auch, dass es für sie im Prozess schmerzhaft war, zu erkennen, was für ein Mensch Bernhard H. wirklich ist.

Maria erfuhr im Prozess von Porno-Bildern

Erst im Prozess wurde Maria Henselmann das ganze Ausmaß bewusst. Es seien viele Sachen ans Licht gekommen, unter anderem pornografische Dateien auf dem Rechner, wie Maria schildert. Daher hat die 19-Jährige heute eine andere Ansicht über den Mann, der sich Kinderpornos anschaut: "Der sucht eigentlich auch nur die Gelegenheit. Und das zu erklären, dass er keine Gelegenheit mehr bekommt, wenn er aus dem Gefängnis kommt, heißt noch nicht, dass er nicht mehr gefährlich ist."