Hätte man die Achtjährige früher finden können?

Mädchen in Attendorn eingesperrt - Jugendamt: Großeltern logen uns bei Hausbesuch an

Achtjährige über Jahre zu Hause eingesperrt Attendorn
01:35 min
Attendorn
Achtjährige über Jahre zu Hause eingesperrt

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Im Fall des acht Jahre alten Mädchens, das fast sein gesamtes Leben lang in einem Haus im Sauerland festgehalten worden sein soll, hatte das Jugendamt bereits anonyme Hinweise erhalten. Vor zwei Jahren und vor einem Jahr seien zwei Hinweise eingegangen, sagte Fachbereichsleiter Michael Färber am Montag zu RTL.

Jugendamt in Attendorn: "Sehr glaubhaft versichert, dass Tochter und Enkelkind in Italien seien"

Mädchen in Haus in Attendorn festgehalten
In diesem Haus in Attendorn wurde das Mädchen fast sieben Jahre lang festgehalten.
RTL

„Wir haben bei Kindergärten nachgefragt, bei Krankenkassen nachgefragt, ob es Hinweise darauf gibt, dass doch eine neue Meldeanschrift gegeben ist“, sagte Färber. Denn die Mutter hatte sich im Sommer 2015 aus Attendorn abgemeldet und als neuen Wohnort für sie und ihre Tochter eine Adresse in Italien angegeben, schilderte der Fachbereichsleiter im Kreis Olpe.

Auch ein Hausbesuch bei den Großeltern habe stattgefunden. „Dort wurde nochmal sehr glaubhaft versichert, dass Tochter und Enkelkind in Italien seien. Wir hatten also keine konkreten Anhaltspunkte, an dieser Aussage zu zweifeln“, sagte Färber im RTL-Interview. Reingelassen wurden die Beamten nicht.

Es würde nun reflektiert, ob man früher hätte reagieren können.

Neue Adresse in Italien angegeben

Erst als sich im Juni 2022 ein Ehepaar ans Jugendamt wandte und angab, das Mädchen gesehen zu haben, habe man mit Hilfe von Bundesjustizministerium und italienischen Behörden herausgefunden, dass Mutter und Tochter nie in Italien gelebt hatten. Bei einer Hausdurchsuchung am 23. September stieß man dann dort auf das Kind.

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Mit dem angeblichen Umzug nach Italien habe die Mutter offenbar vermeiden wollen, dass ihre Tochter Umgang mit ihrem - getrennt von den beiden lebenden - Vater habe. Dieser wandte sich Färber zufolge ans Familiengericht, das 2016 das Sorgerecht für beide Elternteile bekräftigte. (dpa/tpo)