"Querdenker" sind hier nicht willkommen

Leipzig wird zur Festung: Polizei kontrolliert alle wichtigen Zufahrtstraßen

Polizisten kontrollieren am Stadtrand Fahrzeuge und Insassen.
Polizisten kontrollieren am Stadtrand Fahrzeuge und Insassen.
© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Willnow

21. Dezember 2020 - 8:42 Uhr

Leipzig: Polizei will "Querdenker" aus der Stadt fernhalten

Wie es aussieht, will die Leipziger Polizei mit allen Mitteln sogenannte "Querdenker" aus der Stadt fernhalten. Seit Freitag kontrollieren die Beamten mit einem Großaufgebot öffentliche und private Verkehrsmittel, die in Richtung Leipzig unterwegs sind. Die Gegner der Corona-Maßnahmen wollten am Samstag erneut zu Tausenden in der sächsischen Stadt aufmarschieren und gegen die Auflagen der Bundesregierung demonstrieren.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Am Samstag wollten sogenannte „Querdenker“ in die Stadt

In einer Allgemeinverfügung hatte die Stadt festgelegt, dass es am Samstag jedermann im Stadtgebiet untersagt ist, öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel zu veranstalten oder daran teilzunehmen, wenn sie nicht bis zum Donnerstag, 12.00 Uhr, angemeldet worden sind. Wie ein Sprecher mitteilte, sei bis zum Ablauf der Frist keine entsprechende Demonstration angemeldet worden. Allerdings werden seit längerem mögliche Proteste am Samstag in diversen Foren im Internet angekündigt. Die Polizei ist deshalb in Alarmbereitschaft, wie aktuelle Bilder zeigen.

Mit einer massiven Präsenz, Kontrollen und Straßensperren will die Polizei die Gegner der Corona-Maßnahmen daran hindern, in Leipzig zu demonstrieren. Die Beamten sperrten nahezu alle Bundes- und andere wichtige Zufahrtsstraßen in Richtung Leipzig. Auch mehrere Wasserwerfer parken einsatzbereit in der Innenstadt. Wie die "Bild" berichtet, seien mehrere Fahrzeuge mit Nicht-Leipziger-Kennzeichen angehalten und kontrolliert worden. Bisher sei die Lage allerdings ruhig, heißt es.

Polizei stoppt Bus mit Demonstranten

Wie die Polizei am Samstagnachmittag via Twitter mitteilte, wurde auf der B181 in Dölzig ein Reisebus gestoppt, der auf dem Weg zu einer verbotenen Demo war. "Gegen beide Busfahrer und 30 Insassen werden aktuell Anzeigen gefertigt. Im Anschluss wird der Bus von unseren Kräften zur Landesgrenze begleitet", heißt es dort.

Polizei Leipzig will Demo-Eskalation vermeiden

Die Polizei will also mit allen Mitteln versuchen, Bilder wie die vom 7. November zu vermeiden. Damals war eine "Querdenken"-Demonstration völlig aus dem Ruder gelaufen. Rund 20.000 Menschen hatten zunächst friedlich protestiert, dann jedoch löste die Stadt Leipzig den Protest auf, weil viele Teilnehmer keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen und den Mindestabstand nicht einhielten. Doch Tausende widersetzten sich der Auflösung und marschierten über den Innenstadtring. Den Sicherheitskräften wurde daraufhin Versagen vorgeworfen.

Nachdem die "Querdenken"-Bewegung nun erneut für eine Leipziger Demo gegen die Corona-Maßnahmen mobilisiert, sind unter anderem zwei Kundgebungen der Initiative "Leipzig nimmt Platz" sowie der Linksjugend Leipzig mit insgesamt 1.000 Teilnehmern für Samstag angemeldet und bestätigt worden, wie die Stadt weiter mitteilte. Sie sollen auf dem Markt und dem Augustusplatz im Stadtzentrum stattfinden.

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen

Das Corona-Virus hält die Welt seit Monaten in Atem. Auf TVNOW finden Sie jetzt spannende Dokumentation zur Entstehung, Verbreitung und den Folgen der Pandemie.

Auch interessant