Über 40.000 "Corona-Waisen" in den USA

Lauterbach warnt: Corona an Schulen gefährdet vor allem ungeimpfte Eltern

Wenn Kinder krank sind, können sich Eltern nicht distanzieren.
Wenn Kinder krank sind, können sich Eltern nicht distanzieren.
© iStockphoto

13. April 2021 - 11:14 Uhr

Corona-Gefahr für Eltern ohne Impfung

Eltern werden seit Beginn der Corona-Pandemie besonders gefordert. Durch die Doppelbelastung aus Homeschooling und eigener Arbeit müssen viele von ihnen gleich mehrere Jobs in den eigenen vier Wänden machen. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach macht jetzt auf ein weiteres Problem aufmerksam: Eltern sind in keiner priorisierten Impf-Gruppe, sind durch den Präsenzunterricht ihrer Kinder aber besonders gefährdet. Das Beispiel USA zeigt wieso.

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In den USA gibt es über 40.000 "Corona-Waisen"

Im aktuellen Impf-Tempo werden viele Eltern nicht vor Juli geimpft. In seinem Tweet schreibt Lauterbach dazu: "Massive Schulausbrüche werden Eltern dann sehr hart treffen. In den USA haben viele Kinder ein Elternteil verloren. Das müssen wir unbedingt vermeiden." Der Gesundheitsexperte bezieht sich damit auf einen Artikel von CNN. In diesem wird von einer steigenden Zahl an "Corona-Waisen" gesprochen. Betroffen seien mittlerweile über 40.000 Kinder. In keinem anderen Land sind bisher so viele Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben wie in den USA.

Ein Grund für die Sterblichkeitsrate von Eltern ist, dass eine Corona-Infektion an Kindern oft symptomlos vorübergeht. Dennoch sind sie ansteckend und können ihre Eltern infizieren, wenn sie sich beispielsweise in der Schule mit dem Virus angesteckt haben.

Eltern gelten nicht als systemrelevant

Genau davor warnt jetzt auch Karl Lauterbach. Die immer wieder aufkeimende Debatte um die Öffnung von Schulen zeigt die Unsicherheit. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hatte bereits im Januar gefordert, dass auch Eltern von Schulkindern zeitnah geimpft werden sollten – ähnlich wie Lehrer und Erzieher – um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Entgegen der Pädagogen finden sich Eltern aber noch immer nicht auf einer priorisierten Impf-Liste. Für Karl Lauterbach ein Versäumnis, das gefährlich werden kann. Und selbst wenn die Corona-Infektion eines Kindes erkannt wird, können sich Eltern nicht isolieren. Sie sind pflegende Angehörige, sind daher also darauf angewiesen, einen Impf-Schutz zu bekommen – schreibt Michaela Mahler auf ihrem Blog "MagZwei" in dem Artikel "Eltern sind der letzte Rest", der aktuell vielfach in den Sozialen Medien geteilt wird. Ein Problem sei auch, dass Eltern in der gesellschaftlichen Wahrnehmung nicht systemrelevant seien und ihnen somit keine Impf-Priorisierung zuteil werde.

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