Wurde das Tier von den Besitzern fast zu Tode gequält?

Misshandelter Labrador-Welpe Lilo leidet noch: Erste OP für gequälten Hund

28. April 2021 - 9:51 Uhr

Die Ärzte operierten zuerst die Hüfte von Hündin Lilo

Jetzt soll es Lilo endlich bald besser gehen. Der arme Labrador-Welpe wurde von seinen Besitzern vernachlässigt und misshandelt. Fast verhungert und mit schlecht zusammengewachsenen Knochenbrüchen kam Lilo wieder zurück zu ihrer ursprünglichen Familie. Am Mittwoch stand nun die erste Operation an, bei der Lilos Hüftbruch gerichtet werden sollte. Wir haben Lilo und ihre Besitzerin Nancy auf dem emotionalen Weg in die Tierklinik begleitet.

Misshandlung: Die Hündin hat eine schlimme Tortur hinter sich

Im Juli 2020 erblickte Labrador-Welpe Lilo das Licht der Welt. Doch weil die Besitzer, Familie Hofmann, nicht neun Welpen behalten konnten, verkauften sie fast alle – auch Lilo. In ihrem neuen Zuhause erging es der Hündin allerdings sehr schlecht, wie sich später herausstellen sollte. Die neuen Besitzer versuchten sie über eine Anzeige im Internet nach wenigen Monaten wieder los zu werden. Familie Hofmann wurde auf die Anzeige aufmerksam und kaufte das Tier aus Mitleid wieder zurück. Schnell stellten sie fest, dass es Lilo nicht gut geht. Sie war abgemagert und konnte nicht richtig laufen. Der Tierarzt stellte mehrere falsch zusammengewachsene Knochenbrüche fest.

Mehr als 10.000 Euro sind durch Spendenaufruf für den Labrador-Welpen zusammengekommen

Besitzerin Nancy Hofmann wollte Lilos Schmerzen lindern und startete einen Spendenaufruf. "Es ist eine Menge zusammengekommen, rund 10.000 Euro", erklärte Nancy. Für Voruntersuchungen, Medikamente und Futter gab Nancy laut eigenen Angaben bereits mehr als 1.200 Euro aus. Die erste OP werde bis zu 2.000 Euro beanspruchen. "Ich habe gemischte Gefühle. Auf der einen Seite wird etwas Positives herauskommen, aber so eine OP hat auch immer Risiken", sagte Nancy im Vorfeld der OP mit einem mulmigen Gefühl.

Unbehandelte Knochenbrüche und Verletzungen: Noch zwei weitere Operationen sind nötig

Die OP verlief gut, wie Nancy am Mittwoch sagte. Lilo habe alles gut überstanden. Vor der OP sei nochmal ein CT gemacht worden. Dabei sei herausgekommen, dass Lilo ein Loch im Zwerchfell hat. Das sei auch der Grund dafür, dass Lilo sich ständig übergibt. Laut den Ärzten könne man dieses Loch aber mit einer OP beheben. Bei der ersten OP seien nun die beiden Hüftgelenke gerichtet worden. Lilo werde wohl immer Beeinträchtigungen haben, aber irgendwann keine Schmerzen mehr.

Zwei Operationen werden wohl noch folgen. Neben dem Zwerchfell müsse auch noch ein Bein operiert werden. "Die OP wird in ungefähr vier bis sechs Wochen stattfinden", sagte Nancy. "Dann wird das rechte Bein nochmal komplett gebrochen und eine Platte eingesetzt." Der Arzt habe nach wie vor den starken Verdacht, dass Lilo von einem Auto angefahren wurde. Es sei ein Glück, dass sie das überhaupt überlebt hat. Sie müsse über Monate ungeheure Schmerzen erlitten haben, angesichts der unbehandelten Knochenbrüche und Verletzungen.

Labrador-Hündin Lilo steht wohl noch ein langer Weg bevor

Am Donnerstagnachmittag kann Lilo voraussichtlich von Nancy Hofmann aus der Tierklinik abgeholt werden. "Ich vermute, dass das alles noch ein halbes bis vielleicht ein Jahr dauern wird, bis es Lilo wieder richtig gut geht", vermutet Nancy. Wer Lilo unterstützen möchte, könne das weiterhin über die Spendenaktion tun, sagte Nancy. "Alles, was dann am Ende nicht benötigt wird, wird dann weiter gespendet."

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