Auch die Jüngsten können an Long Covid erkranken

Corona-Massenexperiment an unseren Kindern? Karl Lauterbach kritisiert Politik

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert: Kinder müssen besser vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt werden!
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert: Kinder müssen besser vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt werden!
© andreswd

26. August 2021 - 10:30 Uhr

Karl Lauterbach: Die Kinder kommen zu kurz!

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält aktuell wenig von der Corona-Strategie der Bundesregierung. Wer dabei laut ihm besonders zu kurz komme? Die Kinder. Auch die Philosophie, wer sich nicht impft, sei selber schuld, findet der 58-Jährige kaltherzig. Der Grund: Auch unsere Jüngsten laufen Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren und an Long Covid zu erkranken. Doch welche Alternativen sieht er als sinnvoll an?

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Wer sich nicht impfen lässt, ist selbst schuld?

Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärt Karl Lauterbach, dass ihm die Corona-Situation der Kinder derzeit am meisten Sorge bereitet. Bis zu fünf Prozent der an Covid-19 erkrankten Kinder werden womöglich auch an Long Covid erkranken – eine Tatsache, der die Politik laut des SPD-Gesundheitsexperten nicht ins Auge blickt: "Wir sind kurz davor, ein Massenexperiment an unseren eigenen Kindern zu erleben. Das müssen wir dringend verhindern." Das Ziel sei daher klar: Kinder müssen besser vor der steigenden Corona-Infektionsgefahr geschützt werden. Eine "Durchseuchung", wie sie von vielen gefordert wird, mag zwar auf den ersten Blick effektiv sein, ist aber im Umkehrschluss "kaltherzig" gegenüber Ungeimpften und den Jüngsten der Gesellschaft.

Auch das macht Lauterbach mehr als deutlich. Er kritisiert die Politik und sagt: "Es fehle derzeit ein bundesweites Konzept, die stark ansteigenden Inzidenzen zu stoppen. Die nicht ausgesprochene Strategie in Deutschland lautet: Jeder hat ein Impfangebot bekommen und wer sich nicht impft, ist selbst schuld. Solange die Krankenhäuser nicht überlaufen, können sich die Ungeimpften so viel infizieren, wie sie wollen."

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Immer noch wichtig: Tests und Abstand einhalten

Wie man es besser machen kann? Zunächst einmal müssen die Inzidenzwerte wieder sinken. Allerdings rechnet der SPD-Gesundheitsexperte damit, dass die Zahlen in Deutschland erst einmal wieder steigen werden. Daher plädiert er unter anderem dafür, dass getestete Ungeimpfte wirklich nur bei ausreichend Platz in die Innengastronomie oder zu Veranstaltungen zugelassen werden. Bedeutet: Bei mangelnden Abständen wären nur Geimpfte oder Genesene erlaubt.

Eine Testpflicht für Ungeimpfte in Unternehmen erachtet Lauterbach als sinnvoll, denn: "Das Risiko einer Infektion am Arbeitsplatz ist sehr hoch. Durch verpflichtende Tests könnten wir die Inzidenzen reduzieren und Infektionsketten unterbrechen." Mitarbeiter sollten erst dann wieder vollständig in die Büros zurückkehren, wenn so gut wie alle Kollegen geimpft oder genesen sind. Eine Vollauslastung vorher wäre laut ihm zu gefährlich. (vdü)

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