Impfung dringend empfohlen

Kreis Emsland ist das erste FSME-Risikogebiet in Niedersachsen

9. Mai 2019 - 15:01 Uhr

FSME-Risikogebiet jetzt auch in Niedersachsen

+++ Robert-Koch-Institut (RKI) weist das Emsland als FSME-Risikogebiet aus +++ Acht Fälle seit 2016 im Norden registriert +++ Auch im Süden wurden neue Landkreise zu Risiko-Gebieten erklärt +++

Neben dem Emsland wurden Landsberg am Lech, Garmisch-Partenkirchen, Kaufbeuren und im Osten der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zu Risikogebieten erklärt. Hier geht es zur RKI-Karte der betroffenen Landkreise.

Weshalb genau ein Landkreis zum Risikogebiet ernannt wird, erfahren Sie im Video.

Gefahr durch Zecken

Die Zeckensaison ist in vollem Gange: Und das kann für Menschen schnell gefährlich werden. Denn der heimische allgemeine Holzbock überträgt schwere Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME.

Der warme Winter hat den Zecken in die Karten gespielt. Auch das milde Frühjahr hat es den Holzböcken leicht gemacht zu überleben. Im vergangenen Jahr haben sich laut Robert-Koch-Institut 583 Menschen FSME geholt.

Auch Borreliose wird von Zecken übertragen - und das in ganz Deutschland.  

Impfung empfehlenswert

Die FSME-Erkrankung verläuft bei einem großen Teil der Infizierten und insbesondere bei Kindern milde und ähnelt eher einer Sommergrippe. In 20 bis 30 Prozent der Fälle kann sie aber auch schlimme Folgen haben und zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks führen. Auch bleibende Schäden wie Lähmungen können nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten, zu einer Impfung geraten.

"Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder einen Aufenthalt in diesem Gebiet planen, besteht jetzt noch ausreichend Zeit, sich impfen zu lassen, bevor die Hochphase der Zeckenaktivität im Frühjahr beginnt, sagte Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.

Nach zwei Impfungen besteht eine Schutzwirkung, die allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Um den Impfschutz zu komplettieren, ist eine dritte Impfung notwendig, die fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung fällig ist. Der Impfschutz ist danach je nach Alter für drei Jahre gegeben. Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten in Deutschland wohnen oder dorthin reisen, werden die Kosten von den Krankenkassen getragen.

Im Freien vorsichtig sein

Neben der Impfung gibt es noch weitere Vorsichtsmaßnahmen, um sich vor Zeckenbissen zu schützen:

  • Beim Spazieren durchs Unterholz den Körper bedeckende helle Kleidung und festes Schuhwerk tragen
  • Zeckenabweisende Hautschutzmittel sollten eingesetzt werden, bieten aber keinen hundertprozentigen Schutz
  • Kinder sollten nach dem Spielen in Wäldern oder auf Wiesen gründlich nach Zecken abgesucht werden. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen.
  • Auch Tiere sollten regelmäßig kontrolliert werden, da Zecken unter Umständen bei engem Kontakt auf den Menschen übergehen könnten

Zecken schnell entfernen

Wenn man eine Zecke findet, die bereits zugestochen hat, sollte man sie schnell entfernen. Sie kann auch andere Krankheiten übertragen, gegen die man sich nicht impfen lassen kann, wie zum Beispiel Borreliose. Die Entfernung der Zecke sollte mit einem Hilfsmittel wie einer Pinzette geschehen. Dabei sollte die Zecke dicht an der Hautstelle, an der sie sich festgesaugt hat, gefasst und dann vorsichtig herausgezogen werden, ohne die Zecke zu zerquetschen. Anschließend sollte die Stichstelle desinfiziert werden.