Krebskranke Influencerin muss vorerst in Deutschland bleiben

Berlin statt Mallorca: Wie geht es für Julia Holz' Tochter (6) weiter?

09. Juni 2021 - 15:03 Uhr

Julia Holz im Video: Kann der Krebstumor doch entfernt werden?

Untersuchung, OP und ein neues Zuhause? Influencerin und Auswanderin Julia Holz lebt mit ihrer Familie eigentlich auf Mallorca. Nachdem ihr die Ärzte in Spanien nach ihrer Krebsdiagnose wenig Hoffnung geben konnten, hat die Mama einer Tochter nun einen Spezialisten an der Berliner Charité aufgesucht. Eigentlich nur, um sich eine zweite Meinung einzuholen. Doch der Mediziner hat sie direkt in Deutschland behalten. Warum Julia Holz nun sogar plant, länger in der deutschen Hauptstadt zu bleiben und was aus ihrer Tochter und ihrem Verlobten wird, hat sie uns im Interview erzählt.

Krebsdiagnose hat alles verändert

15 Jahre lang wohnt Influencerin Julia Holz bereits auf Mallorca. Hat sich hier ein Leben aufgebaut, führt mehrere Restaurants und zieht hier ihre Tochter groß. Seit ihrer Gebärmutterhalskrebs-Diagnose vor ein paar Monaten steht ihr Leben auf dem Kopf. Laut ihren Ärzten auf Mallorca habe der Krebs bereits gestreut, eine Entfernung des Tumors und der Gebärmutter sei damit erstmal nicht möglich.

Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für onkologische Chirurgie und Klinik für Gynäkologie an der Berliner Charitè, hat der Mutter nun neue Hoffnung gegeben. Eine Bauchspiegelung am Mittwochmorgen soll Aufschluss darüber geben, ob die Untersuchungsergebnisse der spanischen Mediziner stimmen und wie ihr Gesundheitszustand ist. Hat der Krebs vielleicht doch nicht gestreut? Wenn dem so wäre, könnte eine Entfernung der Gebärmutter und damit auch des Tumors – den die Influencerin "Herbert" getauft hat – doch möglich sein.

"Ich möchte stark für meine Tochter sein"

Wie sie in ihrer aktuellen Story bei Instagram mitteilte, plant Julia Holz, nun länger in Deutschland zu bleiben: "Werden wohl erstmal lange in Berlin bleiben müssen", schreibt sie dort. "Wie und was? Keine Ahnung im Moment. Bin echt überfordert… Aber das ist das Richtige, das spüre ich. Obwohl ich gerne zu Hause wäre, aber es geht um mein Leben und um meine Gesundheit."

Wie das die Influencerin ihrer kleinen Tochter erklären will, weiß sie selbst noch nicht, wie sie im Interview mit RTL direkt nach der Untersuchung am Dienstag erzählt: "Ich vermisse meine Kleine sehr. Ich hab ihr noch nicht mal erklärt, dass ich heute nicht wiederkomme. Ich weiß gar nicht wie, weil ich das selber erst mal verarbeiten muss. Und ich möchte ja stark für sie sein. Und ja, das verändert alles."

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„Daliah ist das, was mir positive Energie gibt“

Was das konkret für ihre Familie bedeutet? Erstmal möchte sie ihre Tochter zu sich nach Deutschland holen. "Daliah ist natürlich auch das, was mir positive Energie gibt", sagt Julia Holz. Anschließend plant die Influencerin, für sich, ihren Verlobten und ihre Tochter eine Wohnung zu suchen. "Es ist echt schwierig. Und es macht mir Angst", gibt sie offen zu, zeigt sich aber zuversichtlich. Für ihre Tochter würde zumindest die erste Zeit einem Deutschlandurlaub gleichen: "Es gibt jetzt die Sommerferien, die sind drei Monate in Spanien, das würde ich als Urlaub sehen und einfach als kleines Abenteuer. Und dann müssen wir weitergucken. Ich habe so weit noch gar nicht gedacht, aber vielleicht muss sie auch hier in die Schule gehen."

"Der doofe Herbert, der doofe Ball muss aus mir raus“

Wie es ihr geht, daran lässt Julia Holz die kleine Daliah weitestgehend teilhaben: "Ich versuche schon so gut wie möglich, ihr viele Sachen zu erklären", sagt sie im Interview mit RTL. "Also, ich muss auch sagen, unsere Tochter ist sechs, aber sehr sehr weit. Sie versteht schon sehr viel, obwohl sie ein Kind ist. Und ich versuche, da schon ehrlich zu sein. Muss. Ansonsten hört sie Sachen, wenn ich mit Iwan darüber rede. Kinder schnappen schon sehr viel auf."

Weil es Julia Holz momentan äußerlich noch gut geht und sie versucht, immer fröhlich zu sein, bekommt ihre Tochter das Ausmaß ihrer Erkrankung noch nicht so mit. "Sie küsst momentan die ganze Zeit den Bauch und sagt, der doofe Herbert, der doofe Ball muss aus mir raus", erzählt Julia. "Sie weiß, dass da was ist. [...] Ehrlich gesagt habe ich Angst davor, wenn es mir schlechter gehen sollte, wenn es die Chemo und Bestrahlung gibt mit diesen Nebenwirkungen, dass sie mich dann so sieht. Da habe ich schon Angst vor und dann muss ich natürlich noch ernster mit ihr reden."

"Geht zum Frauenarzt, damit euch das erspart bleibt"

Ihre Kraft zieht Julia Holz auch aus ihrer Aufklärungsarbeit in den sozialen Medien. Bei Instagram nimmt sie ihre Follower mit und möchte alle Frauen davor warnen, die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt zu vernachlässigen. "Nochmal an alle Frauen da draußen, die ich noch nicht erreicht habe, geht zum Frauenarzt, macht eine Krebsvorsorge und fragt nach der HPV-Impfung und PAP-Abstrich. Damit euch das erspart bleibt."