"Es ist vielleicht sogar meine eigene Schuld"

Influencerin Julia Holz hat Gebärmutterhalskrebs - und warnt jetzt alle Frauen eindringlich!

Influencerin Julia Holz hat Gebärmutterhalskrebs. Sie warnt alle Frauen eindringlich: Geht zur Vorsorge-Untersuchung!
Influencerin Julia Holz hat Gebärmutterhalskrebs. Sie warnt alle Frauen eindringlich: Geht zur Vorsorge-Untersuchung!
© Instagram/Julia Holz

29. April 2021 - 19:18 Uhr

Julia Holz macht ihre Erkrankung mit einem emotionalen Instagram-Post öffentlich

Influencerin Julia Holz hat Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium. "Es ist vielleicht sogar meine eigene Schuld", schreibt sie in einem emotionalen Instagram-Post. "Denn ich hätte viel früher zur Vorsorgeuntersuchung gehen müssen." Die junge Frau, die inzwischen auf Mallorca lebt, hat sich dazu entschieden, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen – um andere Frauen zu warnen. Auch Gynäkologin Dr. Susanne Maurer sagt: Bei regelmäßigen Untersuchungen lässt sich diese Erkrankung vermeiden!

Die sexuell übertragbaren HP-Viren können zu einer bösartigen Erkrankung führen

Gebärmutterhalskrebs entsteht durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. "Das sind Viren, die letztendlich zur Entstehung von bösartigen Veränderungen in den Zellen führen können", erklärt Gynäkologin Dr. Susanne Maurer. Wenn es zu einer solch bösartigen Veränderung kommt, kann Gebärmutterhalskrebs entstehen. Eine Impfung schützt zu ungefähr 85 Prozent gegen eine HPV-Infektion. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie für neun bis 17-Jährige, zugelassen ist die Impfung bis 26 Jahre.

Regelmäßige Vorsorge: Frauen können eine Erkrankung "mit sehr, sehr großer Sicherheit" vermeiden

Ohne Impfung ist es umso wichtiger, regelmäßig zur Vorsorge-Untersuchung zu gehen, bei der ein Abstrich gemacht wird. "Man entnimmt Zellen vom Muttermund und von der Innenseite des Gebärmutterhalses", erklärt Maurer. "Auf diesem Abstrich wird dann festgestellt, ob veränderte Zellen vorliegen. Veränderungen bedeuten entweder eine Vorstufe einer bösartigen Erkrankung oder ein Karzinom" – also ein bösartiger Tumor.

Wird eine Vorstufe bei der Untersuchung festgestellt, könne diese gut behandelt werden. "Man weiß, dass von einer Vorstufe bis hin zu einer echten Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung meistens mehr Zeit vergeht als ein paar Monate. Das sind meistens Jahre." Heißt im Klartext: "Wenn Frauen jährlich zu einer Krebsvorsorge-Untersuchung gehen, dann können Sie mit sehr, sehr großer Sicherheit davon ausgehen, dass sie einen Gebärmutterhalskrebs vermeiden", betont die Gynäkologin.

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Symptome tauchen erst im Spätstadium der Erkrankung auf

Julia Holz ist nicht regelmäßig zur Vorsorge gegangen. Vier Jahre sei sie nicht beim Frauenarzt gewesen, schreibt sie. "Ich hätte viel früher zur Vorsorgeuntersuchung gehen müssen und dann wäre der Krebs im Gebärmutterhals bestimmt schon vorher erkannt worden."

Denn das Tückische am Gebärmutterhalskrebs ist, dass es keine Frühanzeichen gibt. "Wenn dann Symptome auftreten, befindet man sich meistens schon in einem Spätstadium der Erkrankung", bestätigt auch Maurer. So war es auch bei Julia Holz. "Ich hatte Schmerzen, ich blutete sehr stark und ich wusste, dass irgendwas mit mir ist." Erst dann sei die junge Frau zum Gynäkologen gegangen. "Leider ein bisschen zu spät."

"Nehmt es nicht auf die leichte Schulter... wie ich.“

Denn inzwischen ist ihr Tumor bereits größer als fünf Zentimeter. Sie wird in den nächsten Tagen operiert, ihr muss die ganze Gebärmutter entfernt werden. "Natürlich war ich zum Anfang sehr enttäuscht, denn ich wollte auch noch mal Mama werden." so die Influencerin, die bereits eine kleine Tochter hat. Die Gynäkologin vermutet, dass sie nach der Operation noch eine Bestrahlung und eine Chemotherapie brauchen wird. "Das ist eine sehr eingreifende und sehr nebenwirkungsreiche Behandlung", so Maurer. "Und letztendlich ganz schade, weil diese Erkrankung vermeidbar gewesen wäre."

Genau davor will Julia Holz andere Frauen schützen. Ihr eindringlicher Appell: Geht regelmäßig zum Frauenarzt! "Vergesst das nicht und nehmt es nicht auf die leichte Schulter... wie ich."