Lockdown für die Kinder durch die Hintertür

Kita- und Schulschließungen: Eltern gefrustet wegen mangelnder PCR-Tests

Regelmäßige PCR-Tests für Schüler wie hier in Bremen gehören wohl wegen Kapazitätsengpässen erst einmal wieder der Vergangenheit an.
Regelmäßige PCR-Tests für Schüler wie hier in Bremen gehören wohl wegen Kapazitätsengpässen erst einmal wieder der Vergangenheit an.
© dpa, Sina Schuldt, ssd lop

27. Januar 2022 - 11:00 Uhr

von Ingo Jacobs

Für Kinder und Eltern waren die ersten Lockdowns in der Corona-Pandemie eine enorme Belastungsprobe. Während aber die einen zurzeit aus Sorge vor einer Infektion mit der hochansteckenden Omikron-Variante des Corona-Virus Sars-2 eh für Schulschließungen plädieren, haben die anderen genau davor den blanken Horror: Homeschooling, unfreiwillige Spätschichten, Doppelbelastung deluxe. Doch jetzt kommen die Schul- und Kita-Schließungen und damit ein gefühlter Lockdown für viele quasi durch die Hintertüre. Der Grund sind die Engpässe bei PCR-Tests und der Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter.

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Kinder und Jugendliche haben (immer noch) keine Priorität

In der Bund-Länder-Konferenz vom 24. Januar wurde festgestellt, was die Spatzen schon lange von den Dächern pfeifen: Die Test-Labore sind wegen der massiven Omikron-Wand überlastet. Bei auftretenden Engpässen seien Priorisierungen deshalb unerlässlich, so die Politik. Die Folge: Nur vulnerable Gruppen und Beschäftigte im Kranken –und Pflegebereich und allgemein Gesundheitswesen sollen Priorität haben. Der Bundesminister für Gesundheit und die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder arbeiten nun intensiv an einer Ausweitung der PCR-Testkapazitäten, hieß es zudem. Bloß kommt auch das für diesen Winter wahrscheinlich eh viel zu spät. Die Folge: Kita- und Schulschließungen werden sich häufen.

Lese-Tipp: Neue Corona-Beschlüsse – Neue Öffnungsperspektiven und Priorisierung der PCR-Tests kommen

Schul- und Kita-Schließungen nehmen bereits Fahrt auf

Denn wer sich durch die jüngste Berichterstattung in regionale Nachrichten klickt, wird überhäuft von Meldungen über Klassen- und Schulschließungen aus ganz Deutschland. "Kinder müssen wegen verzögerter PCR-Befunde länger zu Hause bleiben", "Labore überlastet: Pooltests von Schulen werden nicht mehr ausgewertet", "Chaotische Zustände: Grundschulen und Gesundheitsamt kommen kaum noch mit" und "Schulen wegen Corona geschlossen" lauten die Schlagzeilen aus allen Teilen der Republik. Der Frust bei Eltern und Kindern sitzt dementsprechend tief – und bahnt sich in den sozialen Netzwerken seinen Weg.

Lese-Tipp: Kinder müssen wegen verzögerter PCR-Befunde länger zu Hause bleiben

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Denn die Konsequenz dieser Vorgehensweise ist klar: Die offiziellen Zahlen zu den registrierten Inzidenzen unter Kindern und Jugendlichen werden wie von Zauberhand plötzlich wieder rapide sinken – während das eigentliche Infektionsgeschehen an den Kitas und den Schulen in Deutschland im Gegenteil sogar weiter rasant zunimmt. Wie in der Anfangszeit der Pandemie findet sie wieder im statistischen Dunkel statt.

Berlin hat als erstes Bundesland auf die Ankündigungen aus der Politik und dessen Auswirkungen auf die Testungen reagiert und hat die Präsenzpflicht erst einmal ausgesetzt. Und auch NRW meldet teilweise "Land unter": Wegen der hohen Positivrate von zum Teil über 20 Prozent der Pool-Tests in einigen Städten müsse das bisherige Verfahren beendet werden, hieß es aus mehreren Kommunen, meldet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung jetzt.

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