Junge Leute brauchen Alltag zurück

Kinderärzte: Erwachsene, impft euch!

Die meisten Menschen sind sich einig: Unsere Kleinsten haben während der Coronavirus-Pandemie die größten Opfer bringen müssen.
Die meisten Menschen sind sich einig: Unsere Kleinsten haben während der Coronavirus-Pandemie die größten Opfer bringen müssen.
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22. November 2021 - 11:08 Uhr

Kinder- und Jugendärzte sprechen sich gegen etwaige Schulschließungen aus

Die Corona-Pandemie hat vermutlich bei allen Menschen ihre Spuren hinterlassen und ist immer noch hart. Besonders für Kinder und Jugendliche bedeuteten die Einschränkungen, die das Virus mit sich gebracht hat, dass sie vieles im Leben verpasst haben. Wenn es nach den Kinder- und Jugendärzten geht, sollen die Schulen daher aktuell nicht schon wieder geschlossen werden. Obwohl die vierte Virus-Welle tobt, sollte der Staat lieber eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene einführen, so ihre Forderung. Die Kleinsten in unserer Gesellschaft hätten schließlich genug gelitten.

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"Kinder und Jugendliche haben die größten Opfer gebracht!"

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert angesichts der vierten Corona-Welle eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene, wie ntv berichtet. Dies sei auf der Delegiertenversammlung in einer Resolution beschlossen worden, teilte der Verband mit. "Impfungen tragen zu einer Rückkehr zur Normalität und zur Wiedereinsetzung der Grundrechte aller Bürger, aber insbesondere der Grundrechte der Kinder und Jugendliche bei", heißt es in der Mitteilung. Der Verbandspräsident, Thomas Fischbach, soll betont haben, dass Kinder und Jugendliche seit Beginn der Pandemie die größten Opfer gebracht hätten. Vor allem unter den Lockdown-Maßnahmen im vergangen Jahr und Anfang diesen Jahres hätten sie mehr gelitten, als andere Bevölkerungsgruppen.

"Viele haben psychosoziale Störungen entwickelt, Adipositas, Spielsucht und Lernrückstände." Besonders die Kinder, die aus sozial prekären Familien hätten gelitten – und litten auch weiterhin: "Das können wir nicht länger hinnehmen als Gesellschaft, wenn wir nicht eine ganze Generation verlieren wollen."

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Schulbetrieb sollte nicht erneut eingestellt werden

Kleinere Kinder sitzen in einem Klassenraum in der Schule, sie tragen Mund-Nasenschutzmaske.
Wenn es hart auf hart kommt in der vierten Corona-Welle, sollten die Schulen trotzdem weiter geöffnet bleiben, so die Kinder- und Jugendärzte.
© Halfpoint

Auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, hat sich bezüglich dieser Sorgen gegenüber der "Rheinischen Post" geäußert. Dort sagte er: "Ich plädiere dringend dafür, den Schulbetrieb während der gesamten vierten Welle aufrechtzuerhalten." Die Inzidenzwerte sind aktuell so hoch wie noch nie, die Booster-Kampagne bei der Corona-Impfung nimmt nur langsam Fahrt auf. Ist es nicht irgendwo gefährlich, die Kinder und Jugendlichen in den Schulen zu lassen? Dötsch verwies auf Untersuchungen, die gezeigt haben: Kinder und Jugendliche stecken sich eher nicht in den Schulen an – sondern hauptsächlich im familiären Umfeld. Daher sei das ein großes Argument dafür, die Schulen offen zu lassen.

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Schulen helfen dabei, das Infektionsgeschehen zu kontrollieren

Als weiteres Pro-Argument nennt er die Tatsache, dass die Schulen sogar – im Gegenteil – dazu beitrügen, Infektionen bei den Jüngeren zu kontrollieren. Vor allem das regelmäßige Testen sei hier besonders hervorzuheben, genau wie das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske und den anderen Hygienemaßnahmen, auf die geachtet wird. All diese Faktoren seien ausschlaggebend, den Schulbetrieb nicht wieder herunter zu fahren. Ob es wirklich eine gute Idee sein wird, Kinder und Jugendliche auch in den kommenden Wochen in die Schulen zu schicken, wird sich anhand des aktuellen Infektionsgeschehens noch zeigen. (vdü)

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