Kind (†8) in Frankfurt vor Zug gestoßen

Urteil gefallen! ICE-Schubser Habte A. (41) muss in Psychiatrie

Habte A. hatte am 29. Juli 2019 im Frankfurter Hauptbahnhof an Gleis 7 einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen.
Habte A. hatte am 29. Juli 2019 im Frankfurter Hauptbahnhof an Gleis 7 einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen.
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29. August 2020 - 8:54 Uhr

Gericht hält Habte A. für schuldunfähig

Habte A. hatte am 29. Juli 2019 im Frankfurter Hauptbahnhof an Gleis 7 den achtjährigen Leo und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb, die Mutter wurde vom Zug erfasst, sie überlebte. Danach versuchte der 41-Jährige mit beiden Armen eine 79-jährige Seniorin aufs Gleis zu stoßen, sie kam mit einer Verletzung davon. Dann rannte der Eritreer davon, konnte aber kurz darauf festgenommen werden. Nun wurde das Urteil gegen ihn in Frankfurt gesprochen: Habte A. wird dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht.

Angeklagter habe eine "krankhafte seelische Störung"

ARCHIV - 20.08.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Passanten gehen am Gleis 7 des Hauptbahnhofs an einer Gedenkstelle vorbei, an der sich Blumen, Kuscheltiere und Beileidsbekundungen angesammelt haben (Aufnahme mit längerer Verschlusszeit). Am 29. Juli 201
Der Zug überrollte das Kind, das noch an der Unfallstelle starb.
© dpa, Arne Dedert, ade skm rho

Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung hatten sich bereits in ihren Plädoyers für eine dauerhafte Unterbringung des Beschuldigten in einer Psychiatrie ausgesprochen. Zuvor war aus dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen hervorgegangen, dass der heute 41-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle. Nach Einschätzung des Experten ist der Mann schuldunfähig. Der Grund dafür sei eine "krankhafte seelische Störung".

"Er hat völlig fremde Menschen attackiert"

Der Familienvater aus Eritrea hatte eine 40 Jahre alte Mutter und ihren achtjährigen Sohn Leo vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge wurde vom Zug überrollt und starb, die Mutter konnte sich in letzter Minute retten. Habte A. wurde außerhalb des Bahnhofs festgenommen und später in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Eltern des getöteten Jungen aus dem Hochtaunuskreis traten in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Ebenso wie eine heute 79-Jährige, die der Mann ebenfalls gestoßen hatte. Die Seniorin stürzte auf den Bahnsteig und wurde verletzt.

"Er hat völlig fremde Menschen attackiert", erklärte der Sachverständige. Zum Tatzeitpunkt habe eine paranoide Schizophrenie in akuter Form vorgelegen. Der Oberarzt in der Psychiatrie, in der sich der Beschuldigte aktuell aufhält, berichtete, der Mann habe sich im jenen Zeitraum verwirrt und computergesteuert gefühlt.

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Habte A. vor Gericht: "Es tut mir unendlich leid"

Der Beschuldigte hatte mehrere Jahre als anerkannter Flüchtling mit seiner Frau und drei kleinen Kindern in der Schweiz gelebt - er galt als gut integriert. Doch dann kam es zu psychischen Problemen, er hörte Stimmen, fühlte sich bedroht. Vor Gericht hatte er Reue gezeigt. "Es tut mir unendlich leid, ganz besonders für die Familie", ließ Habte A. über seinen Anwalt vor Gericht verlesen. 

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