Kriege, Krisen und Klima - die junge Generation hat Angst

Habeck: "20-Jährige überlegen heute, ob sie überhaupt Kinder kriegen wollen"

Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, bei einer Pressekonferenz im Januar 2023.
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) befürchtet, dass die "No Future"-Klimaangst der 80-er Jahre wieder aktuell ist.
Kay Nietfeld, picture alliance

Nicht nur die jugendlichen Aktivisten von „Fridays for Future“ und der „Letzten Generation“ schauen eher finster in ihre Zukunft: Klimaschutzminister Robert Habeck macht sich Sorgen um die jungen Deutschen. Die „No Future“-Debatte, die er noch aus seiner Jugend kennt, sei zurück und vielleicht sogar realer denn je, findet er.

Krisen machen die Jugend hoffnungslos

Vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen fällt es momentan nicht leicht, hoffnungsvoll zu bleiben: Kriege, Terroranschläge, Rekord-Inflation und der immer erbitterter werdende Kampf um das Klima sind nur die drängendsten Themen, die sie um treiben. Besonders deutlich wird das auch bei dem harten Kampf der Klimaaktivsten um das Braunkohle-Dorf Lützerath. Gerade eher Grün-wählende Aktivisten sind enttäuscht von ihren Regierungsvertretern und fühlen sich verraten. Denn für sie geht es nicht nur um den Erhalt des kleinen Dörfchens – für sie geht es um ihre Zukunft. Im Spiegel-Interview zeigt sich der Klimaschutzminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) besorgt: „Mich treibt um, dass ein Teil der jungen Generation droht, Hoffnung zu verlieren“, so der Grünen-Minister.

Bei Demonstrationen und in den sozialen Medien zeigen sich die Aktivisten immer besorgter. Die Angst vor „No Future“, also keine Zukunft zu haben, ist für keine abstrakte, sondern eine sehr reale Angst. Eine Angst, die es bereits in den 80-er Jahren gab. Während des kalten Krieges bewegte die junge Generation vor allem die Angst vor nuklearer Aufrüstung und den Strahlen der Atomkraftwerke. Heute sind es die Folgen des Klimawandels und daraus resultierend auch die Angst davor, kein hohes Alter erreichen zu können, wie die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer auf Twitter schreibt.

Luisa Neubauer reagiert auf Lindner und übt Kritik

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Frage des Gewissens: Sollte man in dieser Situation noch Kinder bekommen?

Eine Debatte, die Habeck noch aus seiner eigenen Jugend kennt, ist auch im Jahr 2023 wieder aktuell, wie er im Spiegel-Interview feststellt: „20-Jährige überlegen heute, ob sie überhaupt Kinder kriegen wollen.“

Eine Frage, die sich auch die Anhänger des „Birth-Strike-Movements“, also der „Gebärstreik-Bewegung“ stellen. Sie wollen für den Klimaschutz darauf verzichten, Kinder zu bekommen. Indem man sich gegen Kinder entscheide, verringere man die Zahl der Menschen, die CO₂ verbrauchen, so die Aktivisten. Andere möchten keinen Nachwuchs in die Welt setzen, da sie nicht garantieren können, dass das Leben auf der Erde in Zukunft auch wirklich lebenswert sei. Eine berechtigte Debatte, findet auch der Umweltschutzminister, immerhin sei die Klimakrise Realität. (sso/dpa)

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