RTL-Gesundheitsexperte zur Auffrischungsimpfung

Johnson & Johnson: Schutz nach Booster Shot neunmal so hoch!

Ein Booster Shot von Johnson & Johnson sorgt für mehr Antikörper bei Geimpften.
Ein Booster Shot von Johnson & Johnson sorgt für mehr Antikörper bei Geimpften.
© REUTERS, MARCO BELLO, MAB/FW1F/Karishma Singh/FW1/Rash

27. August 2021 - 10:42 Uhr

Vektor-Vakzin Johnson & Johnson: mehr Schutz mit 2. Impfung

Was das Vektor-Vakzin von Johnson & Johnson so besonders macht? Es braucht – im Vergleich zu den anderen Corona-Impfstoffen – nur eine Dosis. Doch auch hier könnte eine Auffrischimpfung von Nöten sein, denn: Wie neue Daten des Unternehmens zeigen, erhalten Geimpfte dadurch das Neunfache an Schutz und bilden deutlich mehr Antikörper als nach nur einer Impfung.

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Booster-Shot sorgt für das Neunfache an Antikörpern

Schon vor einiger Zeit wurde klar, dass besonders ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Pflegebedürftige ab September auf eine Auffrischimpfung – sogenannte Booster – gegen das Coronavirus erhalten sollen. Der Grund: Studienergebnisse weisen auf einen verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung bei besagten Personengruppen hin. Zugleich sind es aber besonders diese Menschen, die ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben und daher besser geschützt werden müssen. Besonders die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sollen Abhilfe schaffen und einen dritten Piks bereitstellen. Dadurch wäre auch ein höherer Schutz gegen die Virus-Mutationen geboten.

Neue Daten des US-Pharmaunternehmens Johnson & Johnson zeigen nun auf, dass auch ihr Impfstoff mit einer weiteren Impfung gegen Covid-19 daherkommen könnte. Denn: Sechs Monate nach der Erstimpfung komme es wohl zu einem neunfachen Anstieg von Antikörpern. Damit wäre auch dieses Vakzin wirksamer, die Immunabwehr deutlich gestärkt. Es bräuchte allerdings eine zweite Dosis, einen sogenannten Booster-Shot – und nicht wie ursprünglich nur eine einzige.

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Dass es einen Booster-Shot von Johnson & Johnson geben soll, wundert Allgemeinmediziner Dr. Specht nicht

RTL-Gesundheitsexperte und Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht sieht die Studie rund um die Auffrischimpfung von Johnson & Johnson kritisch. "Eine Einmal-Impfung hat schon bei AstraZeneca nicht geklappt, da danach zu wenige Antikörper nachgewiesen werden konnten, weswegen eine zweite Impfung eingeführt wurde. Und das war gut so, denn dadurch erhält der Geimpfte eine bessere Immunantwort. Auch wenn die Wirksamkeit bei Johnson & Johnson besser war als bei AstraZeneca, ist es nichts besonderes, dass nun auch der US-Pharmakonzern eine zweite Dosis in Erwägung zieht."

Die neunfache Wirkung des möglichen Booster-Shots erklärt Dr. Specht RTL gegenüber wie folgt: "Neunfach bedeutet neun Mal so viele Antikörper nach der Erstimpfung. Das heißt aber nicht gleich, dass die Impfung neunfach so 'wirksam' ist." Antikörper seien also nicht gleichzusetzen mit der "Wirksamkeit gegen Symptome". Ein großes Problem sieht der Arzt zudem in der Aussagekraft der Laborwerte, denn: Die Studie hätte inhaltsschwerer sein können, wenn verschiedene Impfstoffe, also auch von Biontech/Pfizer und Co., verabreicht worden wären.

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Trotzdem wird die Auffrischungsimpfung immer realer

Laut der US-Arzneimittelbehörde (FDA) bietet der Impfstoff von Johnson & Johnson, der an sich einmalig verabreicht wird, einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Verläufen – gemessen 28 Tage nach Verabreichung. Vor schweren oder gar lebensbedrohlichen Erkrankungen ist der Geimpfte zu mindestens 80 Prozent geschützt.

Vor allem aufgrund der Tatsache, dass es immer wieder neue Virus-Varianten gibt und der Schutz nach einiger Zeit nachlässt, ziehen immer mehr Länder eine Auffrischimpfung in Erwägung. Johnson & Johnson befindet sich – lauf eigener Aussage – anscheinend im Austausch mit der FDA, der US-Gesundheitsbehörde, der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA sowie weiteren Behörden. Bleibt also abzuwarten, ob mit Johnson & Johnson geimpfte Personen sich hierzulande auch auf eine zweite Dosis freuen dürfen. (dpa/ntv/vdü)

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