Warum Dr. Specht das Thema kritisch sieht

Medizinexperte warnt: "Das Ende der Gratis-Corona-Tests ist gefährlich"

Das Abschaffen der kostenlosen Corona-Tests sieht Dr. Specht kritisch.
Das Abschaffen der kostenlosen Corona-Tests sieht Dr. Specht kritisch.
© dpa, Annette Riedl, adl fgj

12. August 2021 - 15:22 Uhr

Angst, dass sich niemand mehr testen lässt

Was geschieht, wenn man ungeimpft ist und mehrmals die Woche zum Corona-Test muss – für den man dann auch noch Geld bezahlen muss? Der Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht ist sich sicher: Dann geht sich so gut wie niemand mehr testen – und wir alle befänden uns in einer schlechteren Sicherheitslage. Das hat er in einem ntv-Interview erklärt.

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Deswegen wäre das Abschaffen der kostenlosen Tests so problematisch

Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, wünscht sich eine härtere Linie im Kampf gegen das Coronavirus, außerdem wurde vor kurzem beschlossen: Wenn allen erwachsenen Menschen ein Impfangebot bekommen haben sollen, sollen kostenlose Corona-Tests das Zeitliche segnen. Ein Lockdown für Ungeimpfte wäre – im Fall einer vierten Wellte – laut Medizinjournalist und Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht dann allerdings "nicht auszuschließen".

Die Entscheidung, dass Tests ab Oktober nicht mehr kostenlos sein sollen, sieht er kritisch: "Die Frage ist, ob wir uns alle damit tatsächlich einen Gefallen tun." Wenn die Möglichkeit, sich kostenlos an der nächsten Ecke in der Stadt mal eben testen zu lassen, wegfallen würde, müsse man von einer schlechteren Sicherheitslage ausgehen. Müssten Menschen in Zukunft für die Tests bezahlen, würden sie vermutlich keine mehr machen – oder nicht so sehr hinterher sein wie noch Monate zuvor: "Wenn Menschen nicht geimpft sind und deswegen eben den Test machen müssten, aber ihn nicht machen, dann haben wir – wie ich finde – ein Sicherheitsproblem." Davon zeigt der Mediziner sich im ntv-Interview überzeugt.

Das sagt Dr. Specht zum Thema Inzidenz

Die Inzidenz auf andere Parameter zu erweitern, um einen besseren Überblick zu bekommen, findet Dr. Specht hingegen gut: "Das ist ungeheuer sinnvoll und in der Tat wird das ja auch schon seit vielen Monaten diskutiert. Es liegen Konzepte auf dem Tisch, die man schon längst hätte diskutieren können." Das würde zwar kompliziert werden, alle Parameter in einer Formel zu vereinen, aber in jedem Fall hilfreich. Als Beispiel für ein solches Konzept nennt er ein 12-Punkte-Parameter der Deutschen Krankenhausgesellschaft. "Entscheidend natürlich wird auch sein, bei diesen neuen Parametern, dass man dann auch entsprechende Zahlen hat, wirklich verlässliche Zahlen", erklärt Specht. (vdü)

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