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Italien: Auto rast in Kita und erfasst sechs Kinder - 4-Jähriger stirbt an schweren Verletzungen

Auto rast in Kita: Junge (4) stirbt, fünf Kinder verletzt

Erzieherin unter Tränen: "Ich sah Kinder, die unter dem Auto eingeklemmt waren"

Auto überrollt mehrer Kindergartenkinder Tragischer Unfall in Italien
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Tragischer Unfall in Italien
Auto überrollt mehrer Kindergartenkinder

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von Marisa Caligiuri

Im Garten der Kindertagesstätte „Pile – Primo Maggio“ in L’Aquila in Rom spielten sich am vergangenen Mittwochnachmittag dramatische Szenen ab. Die Kinder spielten friedlich auf dem Außengelände der Kita, als plötzlich ein Auto in den Garten der Einrichtung raste. Der VW Passat erfasste sechs Kinder. Ein vierjähriger Junge starb, fünf wurden schwer verletzt. Der Vater des vierjährigen Opfers habe verzweifelt geschrien: „Wo ist Tommaso? Wo ist unser Kind?“

Erzieherin im Interview: "Kleine Kinder, waren unter den Reifen des Autos eingeklemmt"

War die Handbremse an dem steilen Berg etwa nicht angezogen?
Ein Auto raste in den Garten einer Kita in Rom: Dabei starb ein vierjähriger Junge.
Vigili del Fuoco

Es sei knapp 14.30 Uhr gewesen, als ein Auto, wie aus dem Nichts – ohne einen Fahrer am Steuer – in den Garten einer Kindertagesstätte in Rom raste. Alle Kinder der Einrichtung seien um die Uhrzeit draußen gewesen und hätten gespielt. Die Zäune hätten dem Aufprall nicht stand gehalten, das berichtet die italienische Nachrichtenagentur „Ansa“. Und so erfasste der VW Passat ungebremst sechs kleine Kinder.

Unter Tränen erzählt eine Erzieherin dem italienischen Magazin „La Repubblica“: "Ich werde niemals vergessen, was ich an diesem Tag erlebt habe. Ich sah die kleinen Kinder, die unter den Reifen des Auto eingeklemmt waren."

Vater eines Kita-Kindes im Interview: „Es war wie im Krieg"

Vater von dem Vierjährigen soll verzweifelt geschrien haben: "Wo ist Tommaso?"
Ein geparktes Auto rollte von alleine los und raste in den Garten einer Kita: Tommaso (4) stirbt bei dem Aufprall.
Maria Rosaria A. Ceglia

Anwesende Eltern und Erzieher haben sofort versucht, die Kinder unter dem Auto zu befreien, um Erste Hilfe zu leisten. Ein Vater eines Kindes erzählte „Ansa“, dass er sein Kind abholen wollte und zunächst nicht wusste, was passiert war: „Es war wie im Krieg. Ich kam an und ich hörte Kinder schreien, sah Erwachsene auf der Straße bitterlich weinen. Die Sirenen heulten und überall waren Rettungssanitäter und Polizisten.“

Dann seien insgesamt sechs schwer verletzte Kinder auf Tragbahren rausgefahren worden. Ein Kind sei besonders schwer verletzt gewesen – der vierjährige Tommaso. Der kleine Junge sei tragischerweise trotz Reanimationsversuchen an den Folgen des Aufpralls gestorben. Die anderen fünf Kinder schweben laut „Il Giorno“ nicht mehr in Lebensgefahr, befinden sich aufgrund ihrer Verletzungen aber immer noch in unterschiedlichen Krankenhäusern in Behandlung.

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Patrizio D'Agostino wohnt wohl nur wenige Meter von der Kita seines Sohnes entfernt. Wie das italienische Nachrichtenportal „Leggo“ berichtet, sei der Vater, als er die vielen Polizeisirenen hörte, zur Kindertagesstätte gestürmt. Laut dem Bericht habe er verzweifelt geschrien: „Wo ist Tommaso? Wo ist unser Kind?“ Er soll nach seinem vierjährigen Sohn gerufen haben, doch niemand habe geantwortet.

Der kleine Kita-Junge sei nach dem Aufprall unter einen Reifen des Autos geraten und zerquetscht worden. Die Tante von Tommaso, Giusi Fonzi, sagte schmerzerfüllt im Interview mit „Leggo“: „Er war so sensibel, so empathisch. Ein so kleines, einzigartiges Wesen. Er war meine große Liebe.“

Auf Anfrage von RTL teilte der Sprecher des Bürgermeisters von L’Aquila, Giorgio Alessandri, mit: „Heute ist Trauertag in L’Aquila. Wir sind alle zutiefst betroffen von dieser schlimmen Tragödie. Unsere Herzen sind gebrochen. Das hat unser Ort nicht verdient, das haben die Kinder von L’Aquila nicht verdient und vor allem Tommaso nicht.“ Der Bürgermeister selbst, Pierluigi Biondi, schrieb auf Facebook: "Mein Herz als Vater und Bürgermeister ist zerrissen. Wenn ein Kind aufhört zu spielen, dann gerät die Hoffnung ins Wanken."

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Noch sei nicht geklärt, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte. Die Autofahrerin parkte wohl nach eigenen Angaben ihren Wagen an dem steilen Berg, wo die Kita gelegen sei. Wie die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet, soll die 38-jährige Frau beteuert haben, die Handbremse angezogen zu haben: „Das mache ich immer, automatisch. Ich bin sicher, dass sie angezogen war“ soll die Mutter gegenüber der Polizei gesagt haben.

Gegen die gebürtige Bulgarin wird nun wegen Mordes im Straßenverkehr ermittelt. Ihr 12-jähriger Sohn habe noch im Auto gesessen, während sie ihre Zwillinge aus der Kita abholen wollte. Jetzt werde geprüft, ob der VW Passat einen technischen Defekt gehabt habe oder ob ihr Sohn die Handbremse vielleicht gelöst habe.