Wieder Corona-Alarm in Ischgl!

"Es besorgt einem schlaflose Nächte" - "Kitzloch"-Wirt sauer über öffentlichen Pranger

Das "Kitzloch" in Ischgl im Dezember 2021.
Das "Kitzloch" in Ischgl im Dezember 2021.
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28. Dezember 2021 - 19:44 Uhr

Ischgl: Behörden machen positiven Corona-Fall von Ischgl-Mitarbeiter öffentlich

Einst Après-Ski-Paradies, ein Mekka der Feier- und Partyszene. Dann plötzlich trauriger Hotspot einer Pandemie. 2020 ist das "Kitzloch" genau das Lokal gewesen, in dem sich viele Ski-Urlauber infiziert und danach das Virus in ganz Europa verbreitet haben. Inzwischen gelten für den Betrieb zwar strenge Regeln, trotzdem hat sich eine Service-Kraft mit Corona angesteckt. Die Behörden rufen deshalb die "Kitzloch"-Gäste der vergangenen Tage öffentlich dazu auf, sich testen zu lassen. Das stößt dem Wirt, Bernhard Zangerl, sauer auf: Sein Team hätte alles richtig gemacht.


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"Kitzloch" pünktlich zur Ski-Saison in Österreich wieder in den Schlagzeilen

03.12.2021, Österreich, Ischgl: Bernhard Zangerl, Inhaber der Apres Ski Bar "Kitzloch", steht in seinem Lokal, das vorerst bis zum 13.12. geschlossen bleiben muss. Am 03.12. eröffnet Ischgl, während des Lockdowns in Österreich, die Skisaison unter 2G
Bernhard Zangerl ist der Inhaber der Après Ski-Bar "Kitzloch".
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh fdt

Personen, die sich am vorigen Donnerstag oder Freitag dort aufhielten, sollten sich testen lassen und zwei Wochen lang FFP2-Masken tragen sowie Menschenansammlungen meiden, hieß es am Montag vom Land Tirol. Ein Servicemitarbeiter sei positiv getestet worden.

"Natürlich hat man sich das anders gewünscht. Die ganze Medienwelt schaut jetzt wieder aufs "Kitzloch" und auf Ischgl. Das ist natürlich nicht schön zurzeit, da man sich um die Gäste kümmern möchte. Aber wir wollen auch kommunizieren, dass wir einen sicheren Aufenthalt bei uns ermöglichen, dass wir uns an die Regeln halten, dass wir all das genau umsetzen", erklärt "Kitzloch"-Wirt Bernhard Zangerl im RTL-Interview.

Wie auch in der deutschen Gastronomie, werde der 2G-Status überprüft. Sind die Gäste geimpft oder genesen, wird der Einlass gewährt. Abseits des Sitzplatzes im Lokal herrsche eine FFP2-Maskenpflicht. Um mögliche Corona-Ausbrüche nachverfolgen zu können, müssen sich alle Gäste im Sinne des sogenannten "Contact Tracing" (deutsch: Kontaktpersonennachverfolgung) registrieren. Wer sich jetzt noch den klassischen Après-Ski-Feierlichkeiten aussetzen möchte, kann dies tun – allerdings: "Man muss alles im Sitzen konsumieren", so der Wirt. Außerdem sei die Sperrstunde vorgezogen worden. Um 22 Uhr ist im "Kitzloch" Schicht im Schacht.

Alle "Kitzloch"-Mitarbeiter seien geimpft, so Zangerl. Um trotzdem jedem Zweifel erhaben zu sein, würden sich die Mitarbeiter regelmäßig testen lassen. Seit den Geschehnissen im vergangenen Jahr werde die Gesundheit der Gäste und Mitarbeiter mit oberster Priorität behandelt.

Eine Sache wurmt den Wirt jedoch. "Wir können leider nicht verstehen, warum das im "Kitzloch" (der aktuelle positive Fall) jetzt öffentlich gemacht wird, weil wir haben die Kontakterhebungen und Daten alle weiter gegeben. Uns ist auch von der Polizei nochmal bestätigt worden, dass wir alles umgesetzt haben. Leider waren es dann politische Gründe oder Gründe, die wir nicht nachvollziehen können, dass das dann leider öffentlich gemacht wurde und für uns natürlich wieder einen immensen Imageschaden mit sich bringt."

Öffentlich gemachter Corona-Fall bringt "Kitzloch"-Wirt Zangerl auf die Palme

"Es besorgt einem schlaflose Nächte", so der Wirt im RTL-Interview. Zangerl meint den positiven Fall und dass dieser an die Öffentlichkeit gelangt ist. "Wir haben das gemacht, was uns gesagt wurde. Wir haben die Kontaktdaten weitergegeben. Deshalb ist es einfach unfair von den Behörden und der Politik, dass wir an den Pranger gestellt werden." Die Behörden hatten speziell "Kitzloch"-Gäste in ihrem Schreiben angesprochen.

Anders sieht das Alexander von der Thannen vom Tourismusverbund Ischgl. "Wir stehen voll und ganz hinter den jetzt notwendigen Schritten der Gesundheitsbehörde und unterstützen aktiv über unsere Informationskanäle den öffentlichen Aufruf für Personen, die sich im genannten Zeitraum im betroffenen Gastronomiebetrieb aufgehalten haben."

Dem positiv getesteten Service-Mitarbeiter aus dem "Kitzloch" gehe es den Umständen entsprechend gut, so Zangerl. "Er spürt schon, dass er krank ist. Es geht zwar noch, trotzdem ist er nicht fit", so der Wirt. Der Mitarbeiter wurde demnach auf Omiktron getestet. Dieser Test sei negativ ausgefallen.

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Vom Party-Mekka zum Pandemie-Problem

Im Unterschied zu 2020 darf nach derzeit geltenden Regelungen in Aprés-Ski-Lokalen kein Barbetrieb stattfinden. Gäste werden in Österreich nur an ihren Sitzplätzen bedient. Eine unabhängige Expertenkommission stellte im Oktober 2020 in einem Bericht fest, dass am Anfang der Pandemie Personal im "Kitzloch" trotz Grippesymptomen weitergearbeitet hatte. Behörden hätten die Situation heruntergespielt, so der Bericht.(kra)