Im Podcast "heute wichtig"

Geflüchtete in Belarus: Die Kinder müssen Gras essen

16. November 2021 - 6:00 Uhr

Tausende Menschen frieren an der Grenze zu Polen

Seit Tagen harren Tausende Geflüchtete teils bei Minusgraden an der Grenze zwischen Belarus und Polen aus. Dort lockt das belarussische Regime die Menschen mit falschen Versprechungen hin – um sie dann als Druckmittel einzusetzen und ihrem Schicksal zu überlassen.

Die Lage zwischen der EU und Belarus verschärft sich weiter

Während die Außenminister der EU am Montag in Brüssel über neue Sanktionen gegen Belarus berieten, warten Tausende Geflüchtete immer noch bei Minusgraden im Grenzgebiet zwischen Belarus und Polen auf Hilfe. RTL-Reporter Marc Chmiel ist derzeit im dort unterwegs und beschreibt bei "heute wichtig" das Elend der Menschen, die eigentlich auf ein besseres Leben gehofft haben. Die Menschen an der Grenze hätten oft Tausende Euro für die Reise nach Belarus bezahlt – um am Ende unter Hunger und Durst zu leiden: "Die Kinder mussten offenbar in den letzten Tagen Gras essen, weil sie nichts mehr zu essen und zu trinken hatten."

Gerüchte über eine baldige Grenzöffnung verbreiten sich teils rasend schnell, doch auf die Menschen wartet an der Grenze oft nichts als Enttäuschung. Ein Bild, das auch den Reporter nicht kalt lässt: "Die Situation für die Leute hier, jetzt auch noch bei Temperaturen von unter 0 Grad, ist echt schwer auszuhalten."

Außerdem im Podcast: Meinungsfreiheit schützt vor Gegenrede nicht

Tägliche Rekorde bei Fallzahlen und Inzidenzen – trotzdem zögern einige immer noch, sich den Pieks gegen Corona verpassen zu lassen. Kabarettist Florian Schroeder hat es satt, dass die Geimpften den Unwillen der Anderen ausbaden müssen. "Warum soll die gesamte Gesellschaft dafür bluten, dass eine gewisse Zahl von Unbelehrbaren sich einfach nicht impfen lassen will? Dann muss man eben einfach mit Einschränkungen leben, das gehört dann dazu", meint er.

Gefährlich werde es allerdings, wenn von einigen Gruppen gezielt Desinformationen verbreitet würden. "Du kannst alles sagen. Aber wenn du etwas behauptest, das schlicht falsch ist, wird es Leute geben, die dich korrigieren! Gut so!", so Schroeder. Mit fehlender Meinungsfreiheit habe dies nichts zu tun. "Zur Freiheit gehört, dass jeder an den Irrsinn glauben darf, an den er glauben will. Und dass er den öffentlich sagen darf. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Meinung und Hass. Und alles bei dem Menschen diskreditiert und diskriminiert werden, […] ist von der Meinungsfreiheit nicht gedeckt."

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