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"Ich bin bereit zu töten": Ukrainische Frauen trainieren für den Ernstfall

Aus Angst vor dem russischen Angriff

Frauen trainieren an der Waffe den Ernstfall

Frauen trainieren an der Waffe für den Ernstfall Die Ukraine-Krise
01:45 min
Die Ukraine-Krise
Frauen trainieren an der Waffe für den Ernstfall

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von Kavita Sharma

Seit Jahren schwelt der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, seit mehreren Wochen droht er zu eskalieren. Weil viele Ukrainer nicht mehr auf eine diplomatische Einigung mit Russlands Präsident Wladimir Putin warten wollen, nehmen sie ihr Glück nun selbst in die Hand und trainieren sich zu verteidigen. RTL-Reporterin Kavita Sharma zeigt im Video, dass selbst Frauen den Dienst an der Waffe proben.

Mutter (44): "Ich bin bereit zu töten"

Sonntagmorgen, auf den verschneiten Feldern in der Nähe der ostukrainischen Stadt Charkiw. Hier besuchen wir eine Schießübung, wo sich Freiwillige angesichts der Kriegsangst an der Waffe ausbilden lassen.

Unter ihnen, Viktoria Makarova, eine 44-Jährige Mutter von zwei Kindern und eine Managerin. Bevor sie das erste Mal in ihrem Leben eine Waffe abfeuert, springt sie auf und ab, damit ihre Hände vor Kälte nicht zittern. Sie will schießen lernen, denn sie fürchtet sich vor einem russischen Angriff: „Ich bin bereit zu töten, denn ich denke falls ich sie nicht töte, dann werden sie mich, meine Freunde und meine Familie umbringen.“

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RTL-Reporterin: "Die Enttäuschung über Deutschland ist groß"

RTL-Reporterin: "Die Enttäuschung über Deutschland ist groß" Die Ukraine-Krise
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Die Ukraine-Krise
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Training an den Waffen: Mütter, Großmütter und junge Frauen

Der massive russischen Truppenaufmarsch entlang der ukrainischen Grenze schürt die Sorge, dass Russland einen Angriff auf das Nachbarland plant. Moskau bestreitet das. „Jede normale Person hätte jetzt Angst, jeder fürchtet sich, aber wir werden nicht weglaufen,“ sagt Pushkariova. Die 48-Jährige ist Mutter und schon Großmutter.

Pushkariova hilft den Freiwilligen an diesem Morgen ihre Waffen zu laden. Eine junge Frau lässt die Patrone erstmal fallen, sie hat perfekt manikürte Hände. Trotz dieser Startschwierigkeiten glaubt Pushkariova diese Gruppe könnte ernstzunehmenden Widerstand leisten: „Wenn es eine Gefahr, einen Feind gibt, werden wir schießen müssen - aber natürlich ist es schwierig auf eine Person zu feuern. Wir sind ja alle nur Menschen.“

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Diese Schießübungen werden von einer zivil-gesellschaftlichen Organisation abgehalten. Viele der Freiwilligen, die an diesem Training teilnehmen, leben in der Stadt Charkiw. Diese Stadt ist nur 40 km von der russischen Grenze entfernt. Auf den ersten Blick geht der Alltag hier ganz normal seinen Gang.

Notfallplan: "Kinder irgendwo hin schicken weit weg von hier"

Wir besuchen einen Buchladen um im Warmen mit ein paar Menschen über die Krise zu sprechen. Auch hier ist die Angst vor einer Eskalation präsent: „Natürlich sind wir besorgt, denn jeden Tag, wenn wir uns die Nachrichten online anschauen sehen wir, wie schwierig die Lage ist, dass etwas getan werden muss,“ sagt uns eine Frau. Aber wir treffen auch einen Mann, der darauf setzt, dass sich der russische Präsident Wladimir Putin am Ende gegen einen Angriff entscheiden wird: „Ich glaube nicht, dass es Putin wagen wird, es gäbe viele Opfer und massive Strafmaßnahmen“

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Während man auch bei der Schießübung darauf hofft, dass sich am Ende diese Krise durch Diplomatie entschärfen lässt, haben die Frauen trotzdem schon über einen Notfallplan für ihre Familien nachgedacht. „Natürlich will ich dann meinen Kindern helfen, sie irgendwo hin schicken weit weg von hier,“ sagt Makarova. Pushkariova hat ähnliches vor: „Mein Plan wäre meine Kinder und Eltern zu evakuieren und dann meine Stadt Kharkiv zu beschützen. Aber jetzt heißt es erstmal üben, üben, üben, denn noch trifft der Schuss nur selten ins Schwarze.

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