So funktioniert die Verhütung mit dem "Verhütungsschirmchen"

Gewichtszunahme durch die Hormonspirale?

Fata Hasanovic stand 2016 im GNTM-Finale.
© imago images/Photopress Müller, Ralf Mueller, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

22. Mai 2020 - 20:35 Uhr

Fata Hasanovic: Nebenwirkungen wegen Hormonspirale

Während ihrer Teilnahme bei "Germany's next Topmodel" 2016 lief Fata Hasanovic (25) noch rank und schlank über den Laufsteg. Seitdem legte Fata siebzehn Kilo an Gewicht zu - weil sie sich eine Hormonspirale einsetzen ließ, wie die Ex-GNTM Kandidatin vermutet. Außerdem leidet sie unter starken Stimmungsschwankungen. Obwohl ihre Frauenärztin anderer Meinung war, ist sich Fata sicher: Es muss sich um Nebenwirkungen der Spirale handeln.

Von FrauenärztInnen wird die Hormonspirale als besonders sichere und schonende Verhütungsmethode gepriesen und empfohlen, dennoch ist sie nicht unumstritten. Aber wie wirkt eigentlich eine Hormonspirale, welches sind die häufigsten Nebenwirkungen und für wen ist sie geeignet?

Hormonspirale: So wirkt sie

Eine Hormonspirale ist ein T-förmiges Kunststoffstäbchen, dessen Schaft mit einem kleinen Hormondepot versehen ist. Daraus wird das Hormon Levonorgestrel an die Gebärmutterschleimhaut abgegeben. Dieses Hormon sorgt dafür, dass sich der Zervixschleim am Gebärmutterhals verdickt. Das erschwert Spermien das Eindringen. Gelingt es ihnen doch, ist ihre Beweglichkeit gehemmt - es wird sehr schwierig für sie, zum Ei zu gelangen. Außerdem reduziert das Gestagen der Hormonspirale den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Sollte es also trotz allem zu einer Befruchtung kommen, kann sich die befruchtete Eizelle nicht einnisten. Weil die Gebärmutterschleimhaut nicht so stark aufgebaut wird, wird unter der Hormonspirale die Regelblutung häufig geringer oder bleibt ganz aus. Im Gegensatz zur Antibabypille wirkt die Hormonspirale vor allem lokal. Die Hormonmenge, die in den Körper gelangt, ist viel geringer als bei Kombi-Pillen. 

+++ Sie wollen hormonfrei verhüten? Wir haben mit der Gynäkologin Doktor Irmgard Zierden aus Köln über Alternativen ohne Hormone gesprochen +++

Nebenwirkungen der Hormonspirale

Laut vielen Experten gibt es kaum oder nur sehr wenige Nebenwirkungen durch die Hormonspirale. Denn die Wirkung erfolge nur an Ort und Stelle – also in der Gebärmutter. In den Organismus gelange den Experten zufolge nur ein sehr kleiner Teil der Hormone. Aus diesem Grund könne diese Verhütungsmethode kaum Nebenwirkungen haben. Aber ist das wirklich so? Immer wieder berichten Frauen in Erfahrungsberichten von - zum Teil heftigen - Nebenwirkungen.

In der Datenbank des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte zu unerwünschten Nebenwirkungen berichten Hunderte von Frauen von Depressionen, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, verminderter Libido und Panikattacken als Nebenwirkungen der Hormonspirale. Und auch Studien wie die des holländischen Professors Steven A. Kushner widerlegen die ausschließlich lokale Wirkung der Hormonspirale.

Fest steht: Die Verhütung mit einer Hormonspirale ist eine Hormonbehandlung und deshalb kann es passieren, dass es zu bestimmten Reaktionen im Körper kommt.

Mögliche Nebenwirkungen der Hormonspirale sind unter anderem: 

  • Bauch- und Unterleibsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Hautbildveränderungen wie Akne
  • Hitzewallungen
  • (Schmier-)Blutungen
  • Depressive Verstimmung oder Depression
  • Gewichtsveränderungen

Insgesamt dürfen die möglichen Nebenwirkungen nicht unterschätzt werden. Allerdings steht demgegenüber die hohe Wirksamkeit dieser Verhütungsmethode.

+++ Pille abgesetzt? Was passiert jetzt mit meinem Körper?+++

Die Hormonspirale hat viele Vorteile

Der größte Vorteil einer Hormonspirale ist die sofortige Wirkung und Sicherheit. Die Hormonspirale gehört zu den sichersten Verhütungsmitteln überhaupt: Mit einem Pearl-Index von nur 0,16 liegt sie auf dem Niveau der Pille. Außerdem muss sich die Trägerin für mehrere Jahre keine Gedanken mehr machen, wie es bei anderen Verhütungsmethoden der Fall ist. Einzig gegen Geschlechtskrankheiten schützt sie nicht.

Viele ältere Frauen nutzen die Hormonspirale, um die Wechseljahre zu überbrücken, aber auch jüngere Frauen profitieren von dieser Art der Langzeitverhütung. Ein weiterer Vorteil: Die Periode ist schwächer oder fällt ganz aus, was vor allem für Frauen mit starken Regelschmerzen oder sehr starker Blutung vorteilhaft sein kann.

Wie wird die Hormonspirale eingesetzt?

Die Hormonspirale kann nur von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt werden. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Hormonspiralen in Größe, Hormonmenge und Liegedauer. Manchen können drei, andere fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Das Einsetzen der gestagenhaltigen Spirale erfolgt gegen Ende der Menstruation, da dann der Gebärmutterhals am weitesten und das Einlegen weniger zu spüren ist.

Für das Legen der Hormonspirale wird die Spirale mit Hilfe eines dünnen Röhrchens durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Bei empfindlichen Frauen und bei kleiner Gebärmutter kann dies Schmerzen verursachen. Deshalb empfehlen Ärzte diese Art der Verhütung häufig Frauen, die bereits Kinder auf die Welt gebracht haben. Um mögliche Schmerzen zu mildern, können auf Wunsch örtliche Betäubungsmittel zum Einsatz kommen. Nach dem Einsetzen prüft der Arzt oder Ärztin per Ultraschall, ob die Spirale richtig sitzt. Einen Monat später gibt es noch einmal eine Kontrolluntersuchung, danach sollte alle sechs Monate der Sitz der Hormonspirale überprüft werden.

Mögliche Schmerzen nach dem Einsetzen der Spirale

Nach dem Einsetzen der Spirale kann es für ein paar Tage zu einem Ziehen im Unterleib kommen, ähnlich wie bei Regelschmerzen. Das sollte sich aber nach ein paar Tagen legen. Sollten die Schmerzen trotzdem weiter andauern, sollten Sie nochmals in der Frauenarztpraxis vorsprechen.

Das kostet eine Hormonspirale

Die Hormonspirale kostet zwischen 250 und 400 Euro. Der Preis gilt für Beratung, Untersuchung und Einlegen der Spirale. Da ist zwar teuer, allerdings werden in den nächsten drei bis fünf Jahren keine Verhütungsmittel mehr benötigt - vorausgesetzt, Sie vertragen die Hormonspirale.