2018 M11 29 - 16:50 Uhr

Die richtige Verhütungsmethode auswählen: So funktioniert der Pearl-Index

Die Hersteller verschiedenster Verhütungsmittel buhlen um die Gunst ihrer Kunden. Schließlich soll das Vergnügen im Bett für viele Paare einfach nur Spaß bleiben und keine weiteren Konsequenzen mit sich bringen. Vor allem Frauen, welche die Familienplanung noch vor sich haben und trotzdem ein selbstbewusstes Leben führen möchten, achten dabei auf die absolute Sicherheit der Empfängnisverhütung. Um sich nicht ellenlang durch Statistiken quälen zu müssen, bringt es eine statistische Gleichung auf den Punkt. Der Pearl-Index kann bei der Auswahl weiterhelfen.

Was ist der Pearl-Index?

Der Pearl-Index ist ein systemisches Vergleichsmodell aller gängigen Verhütungsmethoden. Er stellt die einzelnen Mittel zueinander ins Verhältnis, sodass sich daraus eine Aussage zur Sicherheit der Methode ableiten lässt. Benannt ist das System nach dem amerikanischen Biologen und Genetiker Raymond Pearl (1879 bis 1940). Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mit einer logistischen Gleichung die tatsächliche Wirksamkeit der unterschiedlichen Methoden darzustellen. Bis heute gilt der Pearl-Index als Entscheidungshilfe bei der Auswahl der richtigen Verhütungsmethode. Praktisch daran ist, dass auch jede neue auf dem Markt verfügbare Verhütungsmethode in diese Gleichung eingebracht werden kann.

Wie wird der Pearl-Index berechnet?

Der Index benennt die Anzahl der Schwangerschaften, die (ungewollt) eintreffen. Er bezieht sich dabei als statistische Größe auf hundert Frauen, die ein Jahr lang ein und dasselbe Verhütungsmittel anwenden. Demnach ist der Pearl-Index die Anhäufung der Schwangerschaften × zwölf Monate × 100 / Zahl der Anwendungsmonate × Zahl der Frauen. Ist der berechnete Wert niedrig, kamen wenige Schwangerschaften zustande und die Verhütungsmethode gilt als relativ sicher. Ein hoher Wert steht symbolisch für viele Verhütungspannen, also für ein relativ unsicheres Schutzkonzept.

Beispiele: Verhütungsmethoden und ihr Pearl-Index

– Hormonimplantat: 0 bis 0,08

– Antibabypille: 0,1 bis 0,9

– Kupferkette: 0,1 bis 0,5

– Sterilisation des Mannes: 0,1 bis 0,1

– Hormonspirale: 0,16 bis 0,16

– Sterilisation der Frau: 0,2 bis 0,3

– Depotspritze: 0,3 bis 0,88

– Kupferspirale: 0,3 bis 0,8

– Symptothermale Methode: 0,4 bis 2,3

– Verhütungsring: 0,4 bis 0,65

– Mini-Pille: 0,5 bis 3

– Hormonpflaster: 0,72 bis 0,9

– Temperaturmethode: 0,8 bis 3

– Diaphragma: 1 bis 20

– Kondom: 2 bis 12

– Chemische Verhütungsmittel: 3 bis 21

– Coitus Interruptus: 4 bis 30

– Billings-Methode: 5 bis 35

– Kondom für die Frau: 5 bis 25

– Verhütungsschwamm: 5 bis 10

– Portiokappe: 6 bis 6

– Kalendermethode: 9 bis 9

– Keine Verhütung: 30 bis 85

Das sollte man über den Pearl-Index wissen

Der Index bietet eine gute Entscheidungshilfe. Kritiker bemängeln an der Aussagekraft des Vergleichs jedoch, dass es auch auf die richtige Anwendung des Verhütungsmittels ankommt. So gehen schließlich in die Statistik auch jene Fälle ein, die eigentlich als absolut sicher zu bewerten sind, aber aufgrund von Anwendungsfehlern (beispielsweise: "Pille vergessen") doch zu einer Schwangerschaft führten. Auch weist der Index nur eine statistische Größe auf. Wer etwa ein Jahr lang jeden Tag Sex hat und mittels Kondom verhütet, erlebt (bei gleichem Pearl-Index) trotzdem ein höheres Pannenrisiko als jemand, der nur zehn Mal Verkehr im Jahr hat.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.